"Arroganter" Referee verpfeift EVL 2000

EVL-Coach Norbert Zabel und Schiedsrichter Andreas Aumüller – Freunde fürs Leben werden die beiden ganz sicher nicht mehr. Nach dem Oberliga-Heimauftakt am Freitag warf der Landsberger Übungsleiter dem Unparteiischen eine „wahnsinnige Arroganz“ vor. Hinter­- grund der Geschichte waren drei krasse Fehlentscheidungen von Aumüller. Dadurch geriet der EVL 2000 auf die Verliererstraße und unterlag am Ende 3:6.

Dabei hatten die Landsberger dem hohen Meisterschaftsfavoriten einen großen Kampf geliefert – gerade in den ersten 20 Minuten. Die frühe Führung der Gäste nach 35 Sekunden durch Tom Fiedler machten die EVL-Cracks vier Minute später wieder wett. Daniel Nörenberg, dessen Einsatz vor der Partie aus beruflichen Gründen auf der Kippe stand, verwandelte einen Querpass von Ronny Zientek direkt zum 1:1 (5.). Und auch die zweite Führung der Westfalen durch Michael Hengen (12.) glichen die Landsberger nur wenig später wieder aus. Im Powerplay ließ Hernes Torhüter Marc Dillmann einen Schuss von Markus Vaitl nach vorne abprallen, Alexander Thiel staubte ab zum 2:2 (14.). Die etwa 1500 Fans – viele hatten Freikarten bekommen – staunten nicht schlecht, wie stark die Landsberger auftraten. Vor allem in der 18. Minute, als Vaitl einen schier aussichtslosen Puck zurückkämpfte und dann über Umwegen wieder auf die Kelle zum 3:2 bekam. Den einzigen Vorwurf, den man der Mannschaft an diesem Abend machen musste war, dass sie fahrlässig mit ihren Chancen umgingen. Mehr­fach lag den Fans anfangs des zweiten Drittels der Torschrei auf den Lippen, als Rau, Thiel und Leinonen beste Einschussgelegenheiten versiebten. Stattdessen zeigten sich die Westfalen mehr als abgebrüht. Quasi mit der ersten Chance im Mittelabschnitt besorgte Rory Rawlyk den 3:3-Ausgleich nachdem er zuvor Peter Holmgren ins Leere laufen ließ (26.). Fouls übersehen Dann hatte allerdings Referee Aumüller seinen großen Auftritt. Reihenweise traf er falsche Entscheidungen, die den EVL ins Hintertreffen brachten. Etwa beim 3:4 von Daren Doherty, als er ein klares Foul von Petr Mares übersah (38.). Ähnlich war es beim fünften Treffer der Ruhrpott Crusaders in Überzahl, als ein „normaler Check“ eines Lechstädters als Foul ausgelegt wurde. Brad Burym traf daraufhin im Powerplay mit einem knallharten Schlagschuss zum 3:5 (47.). Die Partie war damit gelaufen. Da fiel es auch nicht mehr ins Gewicht, dass dem 3:6-Endstand (53.) durch Doherty ein Foul an Veli-Antti Lei­nonen vorangegangen war. „Wir haben heute wirklich ein tolles Spiel abgeliefert“, gab Norbert Zabel hinterher zu Protokoll. Zur Leistung des Schiedsrichters meinte er nur ironisch: „Wir sind heute sehr zufrieden gewesen.“ "Defensive zu offensiv" Ganz anders die Stimmungslage nach dem Spiel am Sonntag beim EC Bad Nauheim. Dort traf der EVL gleich fünfmal ins Schwarze – eigentlich genug für ein Auswärtsspiel. Am Ende hieß es aber doch 6:5 nach Verlängerung für die Gastgeber. 1190 Zuschauer sahen einen flotten Beginn beider Teams und viele Tore. Ein wieder einmal schnelles Gegentor von Lanny Gare (2.) glich Daniel Nörenberg per Schlagschuss (5.) aus. Derek Switzer brachte die Landsberger zwei Minuten später dann mit 2:1 in Führung, als er einen Querpass am langen Pfosten nur noch einschieben musste. Seine Abwehr brachte Norbert Zabel immer wieder auf die Palme. „Wir haben in der Defensive viel zu offensiv gespielt und dadurch die Gegentore kassiert.“ So geschehen in der 9. und 18. Minute als Jan Barta und Mathias Baldis die „Roten Teufel“ wieder in Füh­-rung brachten. Wenigstens Ale­xander Thiel sorgte per Nachschuss zum 3:3 (19.) noch für ein versöhnliches Drittelende. Auch der zweite Durchgang bot für die Fans viele unterhaltsame Szenen. Hüben wie drüben gab es etliche Gelegenheiten. Tore wollten allerdings nur zwei fallen. Heiko Vogler besorgte mit einem Schlagschuss zunächst die Führung für die Hausherren (25.) und Michal Kapicka besorgte nach einem feinen Solo über die rechte Seite das 4:4 (32.). Mit einem Tor aus spitzem Winkel schien dann Daniel Nö­renberg in der 45. Minute das Spiel erneut gedreht zu haben. Während die Landsberger aber noch am Jubeln waren, kam erneut Lanny Gare und besorgte den 5:5-Ausgleich. Dass es am Ende für den EVL 2000 noch für einen Punkt gereicht hat, kann man wahrlich unter der Kategorie „Glück gehabt“ ablegen. Kurz vor Ablauf der Spielzeit kassierte die Mannschaft gleich zwei Strafen und musste in doppelter Unterzahl das Unentschieden über die Zeit retten. Der Siegtreffer für Nauheim in der Overtime fiel nach 63 Minuten. „Da haben wir die Scheibe nicht aus der Ecke bekommen und plötzlich rutscht sie vors Tor“, moserte EVL-Coach Zabel. Kyle Piwowarczyk war der Nutznießer und überwand Holmgren zum 6:5-Endstand. Dreier muss her „Das war sicherlich zu wenig, was wir an diesem Wochenende geholt haben", meinte Zabel nach den zwei Niederlagen. Die nächste Chance auf den ersten „Dreier“ gibt’s am kommenden Freitag zuhause gegen den EHC Klostersee (20 Uhr). Am Sonntag müssen die Landsberger dann nach Deggendorf.

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