Von der Erde in den Himmel

Artenvielfalt im Landkreis Landsberg: "Das Jahr der alten Bäume"

Urheberrechtlich geschuetztes Foto, Copyright by Christoph Franke
+
Nein, nicht verkehrt herum: Christoph Franke will Bäume anders zeigen, als wir sie sehen. Die Ausstellung „Die Luft zum Atmen“ im Rahmen des Artenvielfalt-Jahres „Tief verwurzelt – das Jahr der alten Bäume“ zeigt Franckes Arbeiten.

Landkreis – Der älteste Baum Deutschlands steht wohl in der hessischen Gemeinde Schenklensfeld: eine uralte Linde in der Dorfmitte, seit über 1.200 Jahren. Alte Bäume faszinieren. Und sind Lebensraum für unzählige Tiere. Das Landratsamt Landsberg greift das Thema im Rahmen von „Naturvielfalt Landsberg“ auf. Und widmet sich nach Bienen und Spechten heuer – wegen Corona mit etwas Verspätung – den alten Bäumen. „Dabei geht es nicht nur um Artenschutz oder Habitatfunktionen dieser Bäume. Es geht auch um den Beitrag zu unserem Klima, unsere Kultur und unser Landschaftsbild“, ist auf www.naturvielfaltlandsberg.de, der Webseite der unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts zu lesen.

„Im Jahr der Spechte haben wir viele Menschen erreicht“, resümiert Landratsamt-Mitarbeiter für Naturschutz Stephan Wenning im Umweltausschuss. Das Problem: Erreicht habe man mit den Führungen, Natur-Ausstellungen und Vorträgen vor allem Menschen, die sowieso schon im Thema waren. „Jetzt wollen wir die Menschen eher über die Augen und das Herz erreichen“, plant Wenning.

Zum Beispiel mit der Outdoor-Fotoausstellung „Die Luft zum Atmen“ direkt gegenüber des Landratsamtes zwischen den Bäumen, die das Lech­ufer säumen. Ab dem 13. September werden dort großformatige – bis zu vier auf sechs Meter – Fotografien des Dießeners Christoph Franke (www.christoph-franke-art.com) aufgestellt. „Bäume spielen in meiner künstlerischen Arbeit die Hauptrolle“, sagt der Profi-Fotograf. Sie seien mittels Fotosynthese eine „Schnittstelle von Energie und Materie“. So erinnern seine „Tree Crowns“ auch an Organe: ein Herz, eine Lunge. Franckes Arbeiten sind international auf Ausstellungen oder in Magazinen zu sehen und haben bereits mehrere Preise erhalten.

Und noch eine Ausstellung ist geplant, zeitgleich, aber im Foyer des Landratsamtes: „Der Natur ein Denkmal gesetzt“ – Es sollen 30 ‚Steckbriefe‘ von Naturdenkmälern, Einzelbäume und Baumgruppen erstellt und gezeigt werden.

Um die Menschen selbst aktiv werden zu lassen, werden ein Foto- und ein Malwettbewerb ausgerufen. Das Thema hier: „Tief verwurzelt - das Jahr der alten Bäume“. Mitmachen können alle Landkreisbewohner, auch Schulklassen. Jeder Teilnehmer darf aber nur ein Foto oder Bild einreichen. Die Preise – eine Sofortbildkamera oder die Pflanzung eines Baumes an der eigenen Wunschstelle – werden in verschiedenen Alterskategorien vergeben. Und die Gewinner dürfen ihre Arbeiten bei der Ausstellung im Landratsamt präsentieren.

Zwei eher ungewöhnliche Vorträge stehen zudem auf dem Programm: Am 1. Oktober referiert Gartenbauingenieur Thomas Janscheck zu „Dem Zauber der Bäume auf der Spur“: Geschichten über Bräuche und Mythen zu Bäumen. Und am 16. Oktober steht der Biologe Prof. Dr. Arne Dittmer mit dem Vortrag „Was uns Bäume bedeuten“ am Mikro. Darin geht es um die ästhetischen Wert von Bäumen.

Ein finanzielles Schmankerl des Landkreises ist das Streuobstwiesen-Förderprogramm. „Streuobstwiesen sind nicht nur ökologisch besonders wertvoll, sondern auch ein wichtiges Kulturgut“, weiß Wenning. Im Landkreis seien aber immer weniger anzutreffen. Das soll sich ändern. Wer also eine kleine und ortsnahe Streuobstwiese anlegen will, kann sich beim Landratsamt um eine hundertprozentige Förderung bewerben. Allerdings seien die Fördermittel – pro Jahr 7.500 Euro – für 2020 fast schon ausgereizt, mahnt Wenning.

Termine und weitere Informationen gibt es auf www.naturvielfaltlandsberg.de.
Susanne Greiner

Auch interessant

Meistgelesen

Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Die Planungen für einen Kreisverkehr in Kaufering verdichten sich. 
Die Planungen für einen Kreisverkehr in Kaufering verdichten sich. 
Wieder Saisonkarten fürs Inselbad Landsberg
Wieder Saisonkarten fürs Inselbad Landsberg
Im Landsberger "Kongo": Marihuana mit im Boot
Im Landsberger "Kongo": Marihuana mit im Boot

Kommentare