Bunte Wiesen im Landkreis Landsberg

Artenvielfalt mit Hilfe der Landwirte

Die Landwirtschaft zum Vorbild: BlÌhstreifen am GemÌsebeet
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Bunte Wiesen erhalten und neue schaffen ist ein Ziel des seit drei Jahrzehnten existierenden Vertragsnaturschutzprogramm in Bayern. Auch die Landwirte im Landkreis profitieren davon.

Landkreis – Bunt blühende Wiesen als Eldorado für Insekten, Vögel und Augenweide für Spaziergänger. Dieser Anblick ist in der heutigen Kulturlandschaft eine Seltenheit geworden. Um die noch vorhandenen artenreichen Wiesen mit ihrer Vielfalt zu erhalten und neue zu schaffen, ist das Vertragsnaturschutzprogramm seit drei Jahrzehnten ein wesentlicher Bestandteil der Naturschutzarbeit in Bayern. Ein Programm, das auch bei den Landwirten im Landkreis Landsberg gut ankommt.

Landwirte, die sich für die Artenvielfalt einsetzen und ihre Bewirtschaftungsweise zum Beispiel durch Düngeverzicht oder einen späten Schnittzeitpunkt an die Belange des Naturschutzes anpassen, könnten über das Vertragsnaturschutzprogramm für den höheren Aufwand und die Ertragseinbußen finanziell entschädigt werden, erklärt Biodiversitätsberaterin Rebecca Pilz von der unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Landsberg. „Das Schöne an diesem Förderprogramm ist das Baukastensystem, nach dem man die Maßnahmen an die Bedürfnisse der Natur und den Betrieb optimal anpassen kann.“

Auch dieses Jahr sei das Programm von den Landwirten sehr gut angenommen worden. „Sogar viel besser als wir erwartet haben“, freuen sich Gerhard Däubler und Rainer Fuß von der unteren Naturschutzbehörde über das Interesse der Landwirte an einer naturverträglichen Bewirtschaftungsweise.

Insgesamt hätten dieses Jahr 52 Betriebe für insgesamt 265 Hektar Fläche Vertragsnaturschutzprogramm mit einem Finanzvolumen von rund 134.000 Euro pro Jahr für eine Laufzeit von fünf Jahren neu abgeschlossen oder verlängert. Damit würden inzwischen insgesamt 234 Betriebe im Landkreis an dem Vertragsnaturschutzprogramm teilnehmen. „Das sind 24 mehr als noch im Vorjahr“, betont Fuß.

Momentan bewirtschafteten die Landwirte im Landkreis mit einer Gesamtfläche von 1.567 Hektar knapp zwei Prozent der Landkreisfläche naturschonend. „Ein wirklich super Ergebnis und ein tolles Zeichen, dass unsere Landwirte bereit sind, etwas zu bewegen“, meint Fuß. Auch die Gesamtfördersumme sei so hoch wie nie: Die Auszahlung betrage dieses Jahr insgesamt rund 777.500 Euro.

„Grundsätzlich können Landwirte das Vertragsnaturschutzprogramm für Wiesen, Weiden, Äcker und Teiche abschließen“, erklärt Däubler. Der Schwerpunkt liege im Landkreis aufgrund der naturräumlichen Ausstattung aber im Grünland. 81 Prozent aller Vertragsnaturschutz-Maßnahmen seien auf Mähwiesen abgeschlossen worden, die vor allem in Mooren und Feuchtgebieten, aber auch auf Magerrasen und Heiden liegen. „Damit wird vor allem eine späte Mahd gefördert“, sagt Däubler. „Dadurch kommen Wiesenblumen zur Blüte und können anschließend aussamen. Auf lange Sicht erhöht sich damit der Anteil an Blumen und somit auch die Insektenvielfalt.“ Deshalb sei es aber auch wichtig, dass die Verträge nach ihrer fünfjährigen Laufzeit wieder verlängert würden und sich die Flächen somit auch langfristig entwickeln könnten.

Trotz dem guten Ergebnis sei natürlich immer noch Luft nach oben. Fuß wünscht sich für das nächste Jahr noch mehr Maßnahmenabschlüsse zur Umwandlung von Acker in Grünland, insbesondere in den Randbereichen von Mooren, aber auch auf den ertragsarmen Schotterböden entlang des Lechs. „Auch das Belassen von Brachestreifen als Nist- und Überwinterungshabitat für Insekten würden wir gerne noch öfter abschließen. Insekten brauchen nicht nur im Sommer einen passenden Lebensraum, sondern auch im Winter. Dafür sind Brachestreifen optimal geeignet“, erklärt er.

Die untere Naturschutzbehörde danke allen Landwirten, die am Vertragsnaturschutzprogramm teilnehmen und somit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisteten. „Das ist nicht selbstverständlich und zeigt, wie erfolgreich die Interessen von Naturschutz und Landwirtschaft vereint werden können“, resümiert Pilz.

Der nächste Antragszeitraum zur Teilnahme am Vertragsnaturschutzprogramm findet zwischen Anfang Januar und Ende Februar 2022 statt. Interessenten können sich aber ganzjährig an die untere Naturschutzbehörde wenden und sich beraten lassen.

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