Jetzt auch am Bahnhof?

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Auf dem Gelände der ehemaligen Gastwirtschaft am Geltendorfer Bahnhof könnte eine Asylbewerberunterkunft entstehen. Derzeit verhandelt das Landratsamt mit den Grundeigentümern.

Geltendorf – Die Suche nach Unterkünften für Asylbewerber kommt voran. Zusätzlich zum Standort am Wasserhaus ist nun ein Grundstück am Bahnhof im Gespräch. Außerdem hat der Landkreis offenbar ein Zweifamilienhaus im Heuweg angemietet, in das voraussichtlich noch in diesem Monat die ersten Flüchtlinge einziehen werden. Dies teilten Landrat Thomas Eichinger und Bürgermeister Wilhelm Lehmann beim zweiten gemeindlichen Asyl-Informationsabend mit.

Wieder löste das Thema große Anteilnahme in der Bevölkerung aus. Über 200 Bürger kamen zu der Veranstaltung in die Turnhalle. Wie Landrat Eichinger sagte, müsste Geltendorf, gemessen an seiner Einwohnerzahl, derzeit rund 24 Flüchtlinge aufnehmen. In etwa diese Anzahl will der Landkreis in dem Wohnhaus am Heuweg unterbringen. Da bis Jahresende die Zahl auf 40 ansteigen dürfte, werden weiterhin mögliche Containerstandorte geprüft. 

Die Gemeinde will bekanntlich eine Fläche am alten Wasserhaus zur Verfügung stellen. Außerdem haben die Eigentümer der ehemaligen Gastwirtschaft Haslauer am Bahnhof einen Teil ihres Grundstücks angeboten. Dieses wäre aufgrund der Verkehrsanbindung und einer nahegelegenen Einkaufsmöglichkeit ideal, so Eichinger. „Ich bin sehr dankbar für das Angebot.“ Derzeit verhandeln Landkreis und Eigentümer unter anderem über die Erschließung. „Ob es zum Vertrag kommt, ist noch völlig offen“, sagte der ebenfalls anwesende Ernst Haslauer. 

Eine seiner Bedingungen sei, dass der alte Baumbestand auf dem Grundstück stehen bleibe. Sollten beide Alternativen – Wasserhaus und Bahnhof – prinzipiell in Frage kommen, werde der Landkreis den in der Gemeinde favorisierten Standort wählen, versicherte Eichinger. „Ich will mich nicht mit Ihnen im Konflikt befinden.“ Die Nachbarn des Wohnhauses im Heuweg äußerten sich überwiegend positiv, Kritik wurde lediglich an der engen Belegung der zwei Wohnungen laut. 

Eichinger erklärte, das Gesetz sehe nur sieben Quadratmeter Wohnfläche pro Person vor. „Mehr bekommen wir nicht bezahlt.“ Er trat auch der Vermutung entgegen, der Eigentümer des Hauses mache einen Reibach. Das Landratsamt zahle für die Wohnungen nicht mehr als die ortsübliche Miete. Im Anschluss an die Informationsveranstaltung fanden sich über 60 Interessierte zusammen, die einen Asylhelferkreis bilden wollen. Bei einem weiteren Treffen sollen bereits in der kommenden Woche Gruppen für einzelne Aufgaben gebildet werden.

Ulrike Osman

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