Ende Januar ist Einzug

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Mit Hilfe von Stellwänden sollen kleine nach oben offene Minikabinen entstehen, die den Flüchtlingen ein Minimum an Intimsphäre garantieren werden. Landrat Thomas Eichinger überzeugte sich persönlich von den Gegebenheiten in Kaufering.

Kaufering – Mit Vorhand und Rückhand wird es bald vorbei sein in Kaufering. Die privat betriebene Sporthalle für Tennis und Fußball neben dem Kauferinger Schwimmbad soll jetzt umgebaut werden. Die ersten Flüchtlinge könnten Ende Januar dort einziehen. Das sagte Landrat Thomas Eichinger auf Anfrage des KREISBOTEN. Eichinger definierte bei dieser Gelegenheit erneut die Rolle, die Kaufering in der zukünftigen Verteilungspolitik für Flüchtlinge spielen soll. Es ist ein Paradigmenwechsel.

Setzte man bislang auf kleinere Lösungen, schließt man nun auch größere Einheiten nicht mehr aus. Dies ist nicht zuletzt eine Folge der hohen Flüchtlingszahlen, die der Landkreis 2016 erwartet. „Wir haben angesichts der Zahlen keine andere Wahl“, hatte Landrat Eichinger im November bei der Bürgerversammlung gesagt. Zwischen 3200 und 3800 Menschen würden im Laufe des Jahres erwartet. Derzeit sind in Kaufering 90 Flüchtlinge und Asylbewerber dezentral untergebracht, davon 60 in Wohnungen des Landkreises in der Schlesierstraße, die demnächst abgerissen werden.

In der Sporthalle sollen künftig bis zu 300 Menschen untergebracht werden. Kaufering soll als Drehscheibe fungieren. Die Marktgemeinde wäre dann erster Anlaufpunkt im Landkreis für Busse mit Flüchtlingen. Die Menschen hätten erst einmal ein Dach über dem Kopf. Anschließend soll die Weiterverteilung an die Gemeinden im Landkreis erfolgen. Eichinger hatte in der Bürgerversammlung auch betont, dass man zukünftig in anderen Gemeinden größere Unterbringungsmöglichkeiten brauche.

Für den Landrat ist klar, dass derart große Einrichtungen nicht nur von ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut werden können. So soll ein Hausmeister eingestellt und ein Wachdienst engagiert werden sowie Asylsozialarbeiter sich hauptberuflich um die Menschen kümmern. Zuständig wird der BRK-Kreisverband sein. In der ersten Januarwoche sollen die Handwerker anrücken. Es gibt einiges zu tun in der Tennis- und Fußballhalle. Nach der Entfernung der Sport­utensilien sollen mit zwei Meter hohen Stellwänden kleine Kabinen entstehen, die ein Minimum an Intimsphäre garantieren müssen. Derweil prüfen Techniker, ob die Lüftungsanlage der Halle ausreicht, erläuterte Eichinger bei einer Besichtigung der Halle.

Das bisherige Restaurant in der Sporthalle werde zu Büros umgebaut. Die Essensversorgung der Flüchtlinge könne über die ehemalige Pizzeria im nahen Schwimmbad erfolgen. Die Sportarena in Kaufering war bisher von Ismail Cevik betrieben worden. Er hatte das Gebäude 2008 übernommen. Gegenüber Landrat Eichinger äußerte Cevik, der wirtschaftliche Betrieb der Halle sei nicht immer einfach gewesen, da in den Sommermonaten Tennis draußen gespielt werde.

Die Umbauarbeiten werden durch den Eigentümer der Halle finanziert. Trotz der Kauferinger Lösung ist man im Landsberger Landratsamt weiterhin auf der Suche nach zusätzlichem Wohnraum. „Wir nehmen alles, was wir kriegen können“, laute weiterhin die Devise des Landratsamtes, so Pressesprecher Wolfgang Müller.

Siegfried Spörer

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