Asyl in Landsberg

Die Wohncontainer-Standorte sind festgelegt

+
Wohncontainer für Asylbewerber, wie hier in der Münchener Straße, könnten in Landsberg bald an der Iglinger, Pfetten und Lechstraße sowie am Bahnhof entstehen.

Landsberg – Lange taten Stadt und Landkreis Landsberg ihren Unmut teilweise offen kund, weil sie bei der Regierung von Oberbayern wegen der Unterkünfte für Asylbewerber nicht weiterkamen. Nachdem inzwischen die ersten Flüchtlinge in der Lechturnhalle einquartiert werden mussten, kam jetzt aber Bewegung in das Thema. Nach einem Gespräch vom Montag zwischen Oberbürgermeister, Landrat und Spitzenbeamten mit der „Immobilien Freistaat Bayern“ (IMBY) könnte es jetzt mit Beschlüssen und deren Umsetzung an einigen Standorten in der Lechstadt schnell gehen.

Eines ist klar: Die Gemeinschaftsunterkunft mit bis zu 180 Plätzen neben der A96 im Westen Landsbergs ist vom Tisch. „Der Stadtrat hat das abgelehnt, die IMBY hat es akzeptiert“, berichtet Oberbürger- meister Mathias Neuner (CSU) von den Verhandlungen. Auch eine kleinere dezentrale Unterkunft soll es dort nicht geben, „das Grundstück ist einfach zu weit draußen und nicht geeignet. Dort kann dann eher die Justiz später ihre Tennisplätze bauen, denke ich.“

Ganz in der Nähe allerdings könnten bald Wohncontainer wie in der Münchener Straße aufgestellt werden. Neben dem Umspannwerk besitzt das Land ein Grundstück an der Iglinger Straße, „dafür hat der Freistaat jetzt das O.k. gegeben“, so Neuner. Das Landratsamt will jetzt „schnellstmöglich“ den Bauantrag einreichen, „wenn alles klappt, können wir das sogar schon in der Stadtratssitzung in der nächsten Woche behandeln.“

Angelegt werden soll das Containerdorf für maximal 18 Monate, danach ist der Bau einer temporären dezentralen Unterkunft angestrebt. Sowohl Container als auch Häuser könnten dann laut Stadtratsbeschluss mit maximal 60 Asylsuchenden belegt werden. „Da die spätere Nutzung im Moment nicht abzusehen ist, werden wir uns wohl am Standard im sozial geförderten Wohnungsbau orientieren“, erinnert Neuner auch an den jüngsten Stadtratsbeschluss.

Ein noch deutlich größeres freies Gelände versteckt sich zwischen Pfettenstraße und Justizvollzugsanstalt. Auch dort sind sowohl Container als auch ein fester Bau angedacht, allerdings hat hier offensichtlich zuletzt die Gefängnisverwaltung Bedenken wegen der Unterbringung geäußert. Für den Oberbürgermeister soll hier ohnehin ein größerer Wurf gelingen. „Die Pfettenstraße würde ich gerne grundsätzlich überplanen, auch in Richtung Wohnungsbau. Das ist eine große Fläche, die uns dafür noch mitten in der Stadt zur Verfügung steht.“

Relativ schnell

Keine größeren Hindernisse dürften dagegen auf dem Gelände des ehemaligen AKE-Kindergartens in der Lechstraße zu erwarten sein. Das Grundstück gehört der Stadt, lediglich die Baugrube müsste verfüllt werden. „Dann könnten wir relativ schnell Container aufstellen“, so der OB, der aber immer einen Vorbehalt geltend macht. „Die müssen auch lieferbar sein, das ist im Moment noch nicht genau absehbar.“ Bis zu einem möglichen Bezug dürften damit selbst im günstigen Fall mindestens „vier bis fünf Monate“ ins Land ziehen.

So lange sollen die Flüchtlinge aber möglichst nicht in der Lechturnhalle leben müssen. „Uns stehen jetzt ja bald die Gebäude in Utting und Hurlach zur Verfügung, damit haben wir eine erste Möglichkeit, die Leute da wieder rauszubringen, das kann kein Dauerzustand in der Turnhalle werden“, meint Mathias Neuner.

Ob die Halle dann wieder nachbelegt werden muss, weil weitere Asylbewerber nach Landsberg kommen, weiß im Moment niemand. Schon deswegen sucht man auch nach einem weiteren Standort. Dabei kommt immer wieder das Staatliche Hochbauamt auf dem Gebiet der ehemaligen Saarburg-Kaserne ins Spiel. „Dort stehen die beiden oberen Stockwerke leer“, so Neuner, „interessant ist für mich aber auch, dass vor dem Gebäude zwei Bauplätze mit 30 mal 14 Metern vorhanden sind, das wäre die Größe, die wir für Container und dezentrale Unterkunft benötigen.“ Hier ist man allerdings auf die Unterstützung des Freistaates angewiesen, dem das Grundstück gehört.

Quote erfüllt

Nach den aktuellen Gesprächen zwischen den Verwaltungsspitzen und der IMBY ist Neuner aber zuversichtlich, dass man die 180 Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern und Kulturen auch unterbringen kann. „Damit hätten wir in Landsberg auf jeden Fall erst einmal unsere Quote erfüllt.“ Falls weitere Zuweisungen kämen, seien auch andere Kommunen wieder mit in der Pflicht. „Der Landkreis besteht ja nicht nur aus der Stadt Landsberg.“

Christoph Kruse

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Tiefe Einblicke ins Landsberger Klosterleben
Tiefe Einblicke ins Landsberger Klosterleben
Passanten retten zwei Frauen aus brennendem Unfallauto
Passanten retten zwei Frauen aus brennendem Unfallauto
Kaltenbergs "letzter Ritter"
Kaltenbergs "letzter Ritter"

Kommentare