Flüchtlinge haben Probleme in der Berufsschule

AWO-Asylberatung Dießen sucht Helfer und Wohnungen

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Eva Aviles, die AWO-Asylberaterin in Dießen, sucht händeringend Wohnungen für ihre Schützlinge. Auch der freiwillige Helferkreis braucht Unterstützung bei Deutschkursen und Alltagsbegleitung.

Dießen – Gemischt fiel der turnusmäßige Report von AWO-Asylberaterin Eva Aviles im Dießener Marktgemeinderat über die aktuelle Flüchtlingssituation aus. Die Integration klappe recht gut, allerdings fehle es an Wohnungen und im Rahmen der Berufsausbildung gebe es größere Probleme in der begleitenden Berufsschule.

120 Asylbewerber und Asylberechtige sind derzeit im Ortsgebiet von Dießen registriert. Davon haben inzwischen 95 ein Bleiberecht. 25 von ihnen leben in Privatwohnungen und 26 in gemeindeeigenen oder von der Gemeinde angemieteten Wohnungen. Darunter zwei Familien, wobei eine dritte Familie jetzt im Rahmen des Nachzugsprogrammes folgt. Eine der größten Herausforderungen in der Asyl-Integrationsberatung sei immer noch die Suche nach Wohnungen, wie Eva Aviles betonte. Denn viele der anerkannten Flüchtlinge seien noch in Unterkünften des Landratsamtes in Bischofsried und am Römerweg untergebracht.

Erfreulich sei laut Eva Aviles, dass rund drei Viertel der Bleibeberechtigten Arbeit gefunden hätten oder „zumindest in Teilzeit auf 450-Euro-Basis einen Fuß in die Arbeitswelt gesetzt haben“. Probleme aber gebe es sehr oft, wenn junge Flüchtlinge eine Ausbildung antreten. Obwohl sie sich in den Betrieben bei der praktischen Arbeit recht geschickt anstellen, überfordere sie das hohe Niveau in der Berufsschule. Die Folge: Wegen andauernden schlechter Noten wird die Ausbildung oftmals abgebrochen.

Das ist aber nicht nur in der Landsberger Region so. Laut Handwerkskammer und IHK werfen bundesweit bis zu 70 Prozent der auszubildenden Flüchtlinge vorzeitig das Handtuch. Die Hauptprobleme sind große Mentalitätsunterschiede und mangelnde Sprachkenntnisse. Da viele Zuwanderer als Analphabeten eingereist sind, können sie nach den gut gemeinten, aber zu wenigen Deutsch-

programmen dem Unterricht in Wort und Schrift nicht folgen.

Hier sind neben den staatlichen Fördermaßnahmen vor allem die freiwilligen Helferkreise gefordert. „Wir suchen hier in Dießen händeringend weitere Bezugspersonen, die beim Spracherwerb und bei der Alltagsbegleitung mit anpacken“, so Rainer Michler vom Helferkreis vor dem Marktgemeinderat.

Speziell für Flüchtlingsfrauen mit Kleinkindern biete das AWO-Mehrgenerationenhaus in Landsberg Deutschkurse an, die gut frequentiert sind.

Das Miteinander zwischen Einheimischen und Asylanten klappe in Dießen vor allem beim Sport wie Fußball und Volleyball schon recht gut, so Eva Aviles. Oft aber blieben die Flüchtlinge unter sich und unterhielten sich in ihrer Landessprache, was bei der sozialen Eingliederung natürlich nicht hilfreich sei.

Wer eine Wohnung weiß oder sich dem Helferkreis anschließen möchte, sollte sich im neuen Büro der AWO-Asylberatung in der Dießener Johannisstraße 17 melden. Telefonisch ist Eva Aviles unter 08807/319 96 01 zu erreichen. 

Dieter Roettig

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