Asylbewerber bleiben für Zeit X

Im Juli war noch alles gut, beim Straßenfest zusammen mit den Asylbewerbern – jetzt stören sich allerdings einige Bürger daran, dass die Asylbewerber länger in den Gebäuden bleiben dürfen, die andere für einen geplanten Abriss verlassen mussten. Foto: Danner

Versprochen ist versprochen und wird nicht gebrochen... Im vergangenen Jahr hat Landrat Walter Eichner (CSU) bei einer Infoveranstaltung versichert, dass die Asylbewerber in der Schlesierstraße diesen Sommer wieder weg sind. Die Häuser sollten eigentlich abgerissen werden – die Mieter erhielten eine entsprechende Kündigung und sind bereits alle ausgezogen. Im Moment weiß sich der Landkreis nicht anders zu helfen, als die Immobilie als „vorübergehende Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber“ zur Verfügung zu stellen, bis eine andere Lösung gefunden ist und die Gebäude dann letztlich abgerissen werden können.

74 Asylbewerber wohnen derzeit in den landkreiseigenen Gebäuden in der Schlesierstraße 11 und 13 in Kaufering. Bis zu 20 weitere werden bereits im September erwartet, wie Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamtes, mitteilt. Der eigentliche Plan für die Gebäude war es, sie abzureißen, da sie längst sanierungsbedürftig seien. „Bereits 2005 stand fest, dass wir die Gebäude über kurz oder lang abreißen“, erklärt Müller auf Anfrage. Es seien Einzelgespräche mit den damaligen Mietern geführt worden und sie seien schon auf eine Kündigung des Mietverhältnisses vorbereitet worden, im März gingen dann die Kündigungen ein. Jetzt werden Stimmen von Anliegern und Anwohnern laut: Die Begründung der Kündigung war der Abriss der Gebäude – nun werden sie aber doch zu einem anderen Zweck genutzt. „Damals haben wir noch nichts von den Asylbewerbern gewusst“, versichert Pressesprecher Müller. „Vorübergehend sehen wir eben keine andere Möglichkeit, als dort erst einmal die Asylbewerber unterzubringen.“ Im November 2011 versprach Landrat Walter Eichner bei einer Infoveranstaltung in Kaufering, dass die Asylbewerber, die im Dezember ankamen, nur bis zum Sommer in der Schlesierstraße bleiben. Bis zum 30. Juni plus/minus einen Monat würden sie in Kaufering bleiben, so der Landrat. „Damals hatten wir immer noch im Hinterkopf, dass wir Gebäude in der Lechrainkaserne als Gemeinschaftsunterkunft bekommen“, erklärt Müller die damalige Aussage Eichners. „Jetzt wissen wir auch noch nicht, wie es weitergeht, es steht in den Sternen.“ Geplant sei es, die Gebäude in der Schlesierstraße nun vorübergehend als Gemeinschaftsunterkunft zu nutzen, bis der Landkreis und die Regierung von Oberbayern, die für Gemeinschaftsunterkünfte von Asylbewerbern zuständig ist, sich mit der Stadt Landsberg auf eine Lösung einigen kann. „Aber das passiert eher nicht mehr im Jahr 2012“, vermutet Müller. „Nach dem Sommer bleiben die Asylbewerber für eine Zeit X in der Schlesierstraße“, erklärt auch Kauferings Bürgermeister Erich Püttner, obwohl der Bebauungsplan für das Grundstück eigentlich schon seit Längerem etwas anderes vorsehe. „Doch es wurde angefragt, ob die Asylbewerber länger bleiben können und da haben wir natürlich nichts dagegen.“ Definitiv jedoch werden die bestehenden Häuser Nummer 11 und 13 in Zukunft für modernere Gebäude weichen müssen.

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