Unterstützer für Flüchtlinge

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Das Forsthaus in Riederau ist bereits für Asylbewerber eingerichtet. Die Neuankömmlinge werden in diesen Tagen erwartet.

Dießen/Riederau – 66 Personen habe sich in der vergangenen Woche in die Unterstützerliste des Netzwerks Asyl Dießen eingetragen. In das ehemalige Forsthaus in Riederau werden zwölf Asylbewerber einziehen. Neun Unterstützer sind bereit Patenschaften für die Flüchtlinge zu übernehmen.

Derzeit leben 217 Asylbewerber im Landkreis Landsberg, Tendenz steigend, sagte Bürgermeister Herbert Kirsch. Ab März stelle die Gemeinde zwei Wohnungen im Waffenschmiedweg zur Verfügung. Eine Option sei eventuell auch das ehemalige Therapiezentrum in Bischofsried. Als erstes werde nun das ehemalige Forsthaus, das der Landkreis vom Freistaat angemietet hat, belegt. Damit sei das Engagement des Netzwerkes Asyl Dießen gefragt, dass es sich zur Aufgabe gemacht habe, die Integration der Neuankömmlinge ehrenamtlich zu unterstützen. Als Ansprechpartner steht das BRK zur Verfügung. 

Wie Marianne Asam ausführte übernehme das BRK aufgrund eines Betreuungsvertrags mit dem Landkreis sämtliche Aufgaben der Grundversorgung. Ehrenamtliche Begleitung sei vor allem bei der Bewältigung des Alltags sinnvoll. Als Beispiel nannte sie Fahrdienste, Begleitung bei Behördengängen, Übersetzungen oder auch Unterstützung im Haushalt, Deutschunterricht oder Begleitung bei der Erkundung des neuen Umfelds, zum Beispiel bei Einkäufen. Ein wichtiger Punkt könne auch die Vermittlung von gemeinnütziger Arbeit sein, die mit 1,05 Euro pro Stunde entlohnt werde. „Viele Asylbewerber wollen etwas tun um nicht depressiv zu werden“, erklärte Asam. 

Von den Erfahrungen der Nachbargemeinde Utting, wo drei syrische Familien betreut werden, berichteten Renate Standfest und Helmut Schiller vom Netzwerk Asyl Ammersee-West. „In den ersten Tagen nach der Ankunft gab es noch gar nicht viel zu tun, da war erst mal Ruhe gefragt“, so Standfest. Mittlerweile hätten die Familien ein sehr herzliches Verhältnis zu ihrer Nachbarschaft und die Kinder seien über Schule und Sportverein gut integriert. Bewährt habe sich das System, jeder Familie Paten zuzuordnen. Pfarrer Christian Wünsche betonte, dass die Räume des evangelischen Gemeindehauses in Dießen selbstverständlich für Netzwerk-Treffen zur Verfügung stünden. Momentan, so Standfest, setze sich das Netzwerk dafür ein, dass der mehrwöchige Integrationskurs, der einer Duldung folgt, aufgrund der besseren Anbindung per Bahn in Weilheim anstatt in Landsberg absolviert werden könne. 

Grundsätzlich, so der Tenor, gehe es in der ehrenamtlichen Arbeit darum, die Flüchtlinge behutsam in eine neue Selbständigkeit zu begleiten. „Wir sollten uns immer fragen, wie wollen wir empfangen werden?“, riet Rosemarie Marburg aus dem Unterstützerkreis. Und Bürgermeister Herbert Kirsch versprach, sich spätesten vier Wochen nach Ankunft der Flüchtlinge gemeinsam mit den Paten um ein Kennenlerntreffen mit den Nachbarn zu kümmern. Die Initiatorinnen, Christine Reichert und Michaela Kanzler vom Netzwerk Asyl Dießen, zeigten sich erfreut und beeindruckt vom großen Interesse.

Ursula Nagl

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