Zwei Musiker und zehn Instrumente

Craft Bräu Dießen: Jazz & Folk abseits des Mainstreams

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Die Spielfreude war Attila Vural (rechts) und Isam Shéhade anzusehen bei ihrem erfolgreichen Konzertabend im Dießener Craft Bräu. Die ungewöhnliche Kombination Gitarre und Saxophon bzw. Klarinette überzeugte schon nach wenigen Stücken das Publikum.

Dießen – Wenn die Craft-Bräu-Wirte Claus Bakenecker und Dr. Martin Hug zu einem ihrer wegen Behördenauflagen leider seltener gewordenen Musik-Events einladen, dann ist die rustikale Ausschankhalle in der Dießener Mühlstraße rappelvoll. Aus der ganzen Ammersee-Region kommen die Fans und genießen beim „handgemachten“ Bier außergewöhnliche Künstler und Gruppen. Bei der Auswahl weit abseits des Mainstreams haben die beiden Nebenerwerbs-Bierbrauer scheinbar ein glückliches Händchen.

Wie jetzt auch beim Konzert des Duos Attila Vural und Isam Shéhade. Dass sich Gitarre und Klarinette auf der Bühne treffen, ist eher eine Seltenheit und machte um so neugieriger. Das Publikum – von eigentlich traditionsbewussten Ur-Dießenern über Studenten bis zu Ehemaligen der 68-Bewegung – war durchwegs begeistert von dem Jazz- und Folk-Duo aus der Schweiz, das mit zehn Instrumenten kraftvoll, ungekünstelt, originell und bisweilen melancholisch überzeugte.

Sie wechselten von Stück zu Stück Gitarren und Klarinetten bis hin zum Saxophon. Attila Vural gibt Ton und Rhythmus an, während Partner Isam Shéhade seine Bläser-Parts mit klarer Schönheit und oft mit einem Hauch von Blues spielt. Kein Anklang von schrillem Dixieland-Jazz, sondern gefühlvoll und vielseitiger, als man es dieser Kombination zunächst zugetraut hätte.

Dieses Programm nannte eine renommierte Schweizer Musikzeitung „Großes Kino für die Ohren“. Anklingend an die CD, die beide Musiker vor Kurzem veröffentlicht haben. „It might as well be a Movie“ enthält neun neue Kompositionen, die mit eigenartiger Melancholie überzeugen, aber ohne „jeden Anflug von gepflegter Wehleidigkeit“, wie es in der Kritik heißt.

Beide Interpreten gehören in der Schweiz zur Crème de la Crème der Musikszene, spielen in verschiedenen Formationen und unterrichten an Musikhochschulen. Um so bemerkenswerter, dass die Craft-Bräu-Wirte bei ihrem Gastspiel keinen Eintritt verlangt haben. „Wir wollen unseren Gästen und Freunden halt immer wieder mal etwas Besonderes bieten“, so die Begründung.

Dieter Roettig

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