Ein neuer Standort?

Auch in Zukunft: Panther, Bären und Speerwerfer im Landsberger Inselbad

Panther im Inselbad Landsberg
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Nicht unbedingt exakt an dieser Stelle, aber auf jedem Fall im Bad soll der Panther von Fritz Behn bleiben, plant die Stadt Landsberg

Landsberg – Er ist den Besuchern des Landsberger Inselbades lieb und teuer: der Panther, der zwischen Schwimmer- und Wellenbecken steht. Wolfgang Hauck, der ein von der Journalistin Karla Schönebeck initialisiertes Projekt zum Panther und seiner Geschichte mit seinem Kulturverein dieKunstBauStelle bereits 2016 stemmte, meldete sich jetzt bei den Stadtwerken zu Wort. Er wolle im Rahmen eines „soziokulturellen Projektes“ den Panther in seinen historischen Kontext stellen. Laut OBin Doris Baumgartl gibt es aber seitens der Stadt bereits Pläne, wie mit dem Panther und den zwei weiteren Plastiken im Inselbad – dem Speerwerfer und den Bären – umgegangen werden soll. Alle drei Figuren sollen im Bad bleiben.

Bei dem Projekt, dass das städtische Kulturbüro in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum und dem Stadtarchiv angehen möchte, solle der Panther „in einen größeren Kontext gestellt werden“, sagt Kulturbüroleiterin Claudia Flörke. Mehr Details zu dem Projekt werde man demnächst im Kulturausschuss vorstellen. Damit weist die Stadt Hauck, der den Stadtwerken seine eigenen Pläne zuvor vorgestellt hatte, in die Schranken.

Hauck hatte den Stadtwerken die Neubefassung mit der Skulptur samt begleitendem „soziokulturellen Projekt“ vorgeschlagen. Bereits vor fünf Jahren habe man als Fazit des damaligen Projektes erkannt, dass der „sachgerechte Umgang“ sowie Informationen zum Kontext des Werkes fehlten. „Mit den Versäumnissen der Vergangenheit und der fehlenden Expertise haben sich sowohl der Verwaltungsrat der Stadtwerke als auch der Stadtrat keine Lorbeeren erworben“, urteilt Hauck und spricht der Stadt die „Expertise“ auch für den zukünftigen Umgang mit der Plastik ab. Wobei er mit „seiner Expertise“ und in Zusammenarbeit mit Historikern wie dem Behn-Biographen Dr. Joachim Zeller das Projekt „verantwortlich und professionell“ stemmen könne.

Es gehe um „die Kontextualisierung, die Frage des Standortes und um den Bedeutungsrahmen“ samt Webseite und multimedialer Angebote, ist auf der Webseite der KunstBauStelle zu lesen. In das Vorgehen wolle man die Bürger einbeziehen. Dort, wo der Panther jetzt stehe, „als Handtuchhalter und zum Klettern“, könne er nicht stehenbleiben, so Hauck. Auf der Webseite spricht Hauck auch von einer notwendigen Restaurierung und Konservierung der Plastik. Damit meine er „konservatorische Prüfungen und gegebenenfalls Maßnahmen, um die Plastik vor Chlor und anderen Einflüssen zu bewahren“, schränkt er im Nachhinein ein. Seitens des Kulturbüros heißt es, dass nur der Sockel sanierungsbedürftig ist, die Skulptur selbst nicht. Die Bronze auf dem Rücken sei zwar durch die vielen Berührungen blankpoliert, aber nicht geschädigt.

Zu einem möglichen Standortwechsel hatte bereits der frühere technische Leiter der Stadtwerke Norbert Köhler beim Panther-Projekt 2016 ein entschiedenes Nein geäußert: Auch nach der Renovierung werde die Plastik „einen Platz bei uns finden“. Hergeben wollte er ihn auf keinen Fall.

Hauck wolle für sein Panther-Projekt laut Medienberichten die „Rechte“ an der Plastik erwerben und den Panther unter die Verantwortung seines Kulturvereins stellen. Diese Aussage modifiziert er gegenüber dem KREISBOTEN. Er wolle nicht den Eindruck erwecken, es gehe ihm um „Eigentum“: „Teil eines Projekts könnte(!) es sein, zur Kofinanzierung der Maßnahmen über Eigentumsrechte zu verfügen.“

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