"Aufatmen für Stadt und Region" – Die B17neu ist freigegeben

„Die vielen Besucher sind ein Zeichen dafür, dass der Lückenschluss des zweibahnigen Ausbaus der B 17 zwischen der A 8 bei Augsburg und der A 96 bei Landsberg gewünscht und nun endlich Realität geworden ist.“ Dieses Resümee zog am Donnerstag zumindest die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrs- und Bauministerium, Karin Roth, anlässlich der feierlichen Verkehrsfreigabe der B 17 neu. Die insgesamt 15,5 Kilometer lange Ortsumfahrung von Kaufering und Landsberg wurde in rund vierjähriger Bauzeit realisiert und kostete rund 70,3 Millionen Euro.

Dass dies ein Kraftakt aller Beteiligten war, zeigte, dass über 43 Baufirmen und Ingenieurbüros, über 20 Ämter und Behörden an dem Projekt gearbeitet und geplant hatten. Außerdem sei die Umsetzung nur möglich gewesen, weil 195 private Grundstückseigentümer Teile ihres Besitzes für den Bau der B17neu zur Verfügung gestellt hatten, betonte Günther Grafwallner, Leiter des Staatlichen Bauamtes Weilheim. Karin Roth, sprach mit Blick auf die Realisierung gar von einer „Ortsumgehung der Superlative“ und unterstrich dies mit dem Kreisverkehr an der Autobahnanschlussstelle Landsberg West, der bundesweit der Größte sei und so auch in der ganzen Bundesrepublik bereits einen Bekanntheitsgrad erlangt habe. Übrigens wurden auf 15,5 Kilometern Länge 25 Brücken sowie sechs Eisenbahnüberführungen geschaffen und 80000 Bäume und Sträucher gepflanzt. Für den Leiter der Obersten Baubehörde, Ministerialdirektor Josef Poxleitner, war die Verkehrsfreigabe ebenfalls ein freudiges Ereignis und eine Herzensangelegenheit. Immerhin hatte Poxleitner in den 90iger Jahren das Projekt als Leiter des Straßenbauamtes Weilheim vorangetrieben und sich bereits 1976 erstmals mit dem Gedanken über diesen Lückenschluss befasst. Vor allem aber lobte er das gute Miteinander der beiden Straßenbauämter Augsburg und Weilheim sowie der beiden Städte Augsburg und Landsberg. Auch viele Politiker aus der Fuggerstadt waren nach Landsberg gekommen, darunter der ehemalige Oberbürgermeister Paul Wengert sowie der SPD-Bundestagsabgeordnete Heinz Paula. Gerade mit Paula habe er manchen Termin in Berlin wahrgenommen, erinnerte sich OB Ingo Lehmann und merkte an: „Diese Besuche werden mir richtig abgehen“. Lehmann sprach in seiner Rede auch von einer „Befreiung von der Geißel Lärm“, die mit der Fertigstellung der B 17 neu einhergehe: „Die Stadt Landsberg und eine gesamte Region atmen auf.“ Dieses Miteinander über Stadt- und Gemeindegrenzen und Parteien hinweg sei überhaupt der Schlüssel für den Erfolg dieses Projektes gewesen, betonte auch Landrat Walter Eichner und erinnerte an einen gemeinsamen Briefkopf von Stadt Landsberg, Landkreis und Marktgemeinde Kaufering - oder eben „ein roter Bürgermeister, ein schwarzer Landrat und ein parteiloser Bürgermeister“. Eichner mahnte aber auch: „Straßen sind kein Selbstzweck. Sie stellen Verbindungen her, Verbindungen zwischen Menschen Orten und Ländern. Sie erfüllen wichtige Funktionen, sie lösen allerdings auch Interessengegensätze aus.“ Den Anforderungen, die Verkehr und Wirtschaft stellen, stünden häufig die Belange des Umweltschutzes und der Erhaltung von Landschaftsräumen gegenüber, so der Landrat. Kirchlichen Segen erhielt die Strecke durch die Pfarrer Thomas Rauch, Reiner Hartmann und Detlev Möller. Wobei Pfarrer Hartmann eine öffentliche Beichte ablegte, dass er immer wenn Stau auf der B 17 auf Höhe seiner Kirche war, die Glocken einfach länger läuten ließ. „Durch das Stauläuten wollte ich die Menschen im Auto anregen nachzudenken, dass es doch auch etwas Sinnvolleres gibt, als eben jetzt im Stau zu stehen.“ Auch regte er an, die Zeit, die man nun durch die neue Umfahrung gewinnt, nicht mit neuen Terminen zu belegen, sondern einfach mal durchzuatmen.

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
40 Mal direkt in die Lehre
40 Mal direkt in die Lehre
Neue Könige der Gesellschaft?
Neue Könige der Gesellschaft?
Eresing zelebriert sein 950-Jähriges
Eresing zelebriert sein 950-Jähriges

Kommentare