Aufatmen unter den Anwohnern

Uttinger Mobilfunkantenne verschwindet

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19 Jahre sorgte die Mobilfunkanlage auf dem Seefelder Hof für Ärger und Unbehagen bei den Anwohnern. Jetzt wird sie demontiert.

Utting – Seit ihrer Installation im Jahr 1999 hat die Mobilfunkantenne auf dem Anwesen Seefelder Hof für Unmut bei den Anwohnern in der unmittelbaren Umgebung gesorgt. Eine Bürgerinitiative kämpfte seitdem vergeblich für den Abbau. Jetzt können sie aufatmen.

Der frühere Eigentümer des Hotel-Gasthofs und auch der Netzbetreiber hatten kein Einsehen mit den gesundheitlichen Bedenken der Nachbarn. Im Gegenteil: Die Antenne wurde mehrfach aufgerüstet. Jetzt können sie aufatmen. Bürgermeister Josef Lutzenberger verkündete bei der letzten Gemeinderatssitzung das Aus für die ungeliebte Antenne. Der neue Seefelder Hof-Eigentümer versicherte dem Bürgermeister die Abschaltung und den zeitnahen Abbau der Mobilfunkanlage. Mit Genugtuung nahmen die Ratsmitglieder die Nachricht zu Kenntnis. Ralf Stief von der CSU/Bürgerliste: „Ich begrüße an Abbau in Sinne der Anwohner, die ihren Unmut lange Zeit deutlich artikuliert haben. Eine derartige Anlage hat mitten im Ort nichts zu suchen.“ Zumal sich die Gemeinde intensiv um einen alternativen Montageort am Sendemasten westlich des Sportzentrums bemüht habe. Ob die Antennenanlage dorthin umzieht, ist noch nicht entschieden. 

Mit der Kündigung des noch bis 2024 laufenden Vertrages verzichte der Eigentümer auf nicht unerhebliche Mieteinnahmen, was Lutzenberger goutierte. Ob das allerdings so uneigennützig sei, bezweifelt Stief, Bauingenieur in der Obersten Baubehörde: „Ohne undankbar für seine Kündigung zu sein, hat der Eigentümer sicher bedacht, dass sich eine Immobilie ohne Sendemasten auf dem Dach besser vermarkten lässt.“ 

Denn das Anwesen Seefelder Hof, das vor einiger Zeit auch als Flüchtlingsunterkunft für 60 Asylbewerber genutzt wurde, steht auf einem Internetportal zum Verkauf. 4,2 Millionen Euro will der Eigentümer für das „bestens vermietete Mehrfamilien-Wohnhaus am Ammersee“. Dazu kommt noch eine erkleckliche Summe wie Grunderwerbssteuer und Notarkosten. Die Wohnfläche des Seefelder Hofs wird mit 750 Quadratmetern auf einem Grundstück von 1.412 Quadratmeter angegeben. 

Der Ärger mit zu nahen Mobilfunkmasten gehört nicht nur in Utting zum Alltag. Jeder möchte einen lückenlosen und störungsfreien Empfang für sein Handy, aber niemand will sich der permanenten Bestrahlung rund um die Uhr aussetzen. Wissenschaftler streiten sich schon seit vielen Jahren darüber, ob von den Anlagen eine akute Gesundheitsgefährdung ausgeht. Die Strahlen könnten eine bestimmte reduzierende Wirkung auf das Immunsystem des Menschen haben. 

In Utting zumindest können die Anwohner jetzt diesbezüglich aufatmen. 

Dieter Roettig

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