Retter auf vier Pfoten

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Eingespieltes Team: Sabine Häringer und Rettungshündin Amy sind beim Mantrailing im Einsatz.

Landsberg – Wenn Kinder oder Senioren sich verirren, Pilzsammler nicht aus dem Wald zurückfinden, wenn andere Suchmöglichkeiten vermisster Menschen aufgrund dichten Bewuchses oder unwegsamen Geländes nicht möglich sind, dann kommen sie zum Einsatz: die Rettungssuchhunde.

Rettungshund Amy ist im Dienst und das weiß sie genau: seit dem Moment an dem ihr das Suchgeschirr angezogen wurde. Sie riecht am Halstuch einer vermissten Person und nimmt deren Spur auf. An der langen Leine gehen sie und ihre Hundeführerin Sabine Häringer als Team einer für Menschen unsichtbaren Spur nach. Mantrailing nennt man diese Form der Sucharbeit, bei welcher der Hund dem Individualgeruch folgt. 

Dicht am Boden 

Es ist ein Training, in dem eine reale Situation nachgestellt wird: eine Dame ist nach einem Spaziergang nicht zurückgekehrt. Nun kommen die Rettungshunde zum Einsatz. Mit der Nase dicht am Boden sucht Amy den Weg ab, mal mehr nach rechts, dann nach links, einem ungeübten Betrachter erscheint das wie ein Spiel; es ist aber harte, konzentrierte Arbeit. Mit ihrem feinen Geruchsinn kann die Hündin kleinste Hautpartikel, die jeder Mensch permanent verliert, erschnüffeln und so der richtigen Spur folgen. Zunächst den Weg entlang, dann über eine Kreuzung, bis das Team schließlich bei einem Feld angelangt ist. Hier ist für den Mantrailer, der hauptsächlich im Stadtgebiet eingesetzt wird, die Arbeit erfolgreich beendet. Aufgrund des veränderten Geländes übernimmt ein Flächensuchhund, dessen Arbeitsweise sich von der vorausgegangenen grundlegend unterscheidet. Mit halbhoher Nase wittert die Rettungshündin Silvana menschlichen Geruch. 

Quer zum Wind 

Flächensuchhunde werden gerne in unwegsamen Terrain eingesetzt. Innerhalb von einer halben Stunde können sie – abhängig von der Beschaffenheit des Untergrundes – eine Fläche von 50 000 Quadratmeter stöbernd absuchen. Silvana läuft zunächst eigenständig das Gebiet ab. Als sie Witterung aufgenommen hat, durchkämmt sie nach den Anweisungen ihrer Hundeführerin Astrid Moser nach einer zuvor festgelegten Suchtaktik das Gelände. Dabei läuft sie im Zickzack immer quer zur Windrichtung, um der Geruchsfahne folgen zu können. In kürzester Zeit hört man das Bellen des Rettungshundes, deren Anzeigeform, die vermisste Person gefunden zu haben. Dies führt sie fort, bis die Hundeführerin am Fundort angelangt ist, um die Erstversorgung vorzunehmen und wei- tere Maßnahmen einzuleiten. 

Retter in der Not 

„Es gibt verschiedene Formen, wie der Hund einen Fund anzeigt“, erklärt Astrid Moser. Sie ist Vorsitzende der „Rettungs- und Wassersuchhundestaffel 5-Seen-Land“ mit Sitz in Landsberg. Welche Form zum Einsatz kommt, hängt vom jeweiligen Hund ab. Auch in welcher Sparte der Hund ausge- bildet und eingesetzt wird, richtet sich danach, was der Hund anbietet. Neben dem Training realer Situationen ist auch die Gehorsamsarbeit wichtiger Bestandteil. Alle 18 Monate steht eine Rettungshunde- und die Begleithundeprüfung an. 

Die Hundestaffel wurde 2008 von erfahrenen Rettungshundeführern gegründet. Die Teams arbeiten vorwiegend in der Flächensuche, es gibt aber auch Mantrailer und Wassersuchhunde. Neben der Rettungsarbeit und dem Training bildet der Verein aus. Anforderung an das Tier sind vor allem Wesensfestigkeit und Gesundheit. Auch der Mensch muss viel lernen. Kynologie, die Lehre vom Hund, steht genauso auf dem Stundenplan wie der Umgang mit Funk, Kompass und Karte sowie Erste Hilfe. Antriebskraft für dieses zeitintensive Ehrenamt sind die Liebe zum Hund und der Wunsch Menschen zu helfen, die in eine Notlage geraten sind.

Ruth Fries

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