Auftakt der Erinnerung

65 Jahre ist es her, dass die 12. Panzer-Division der 7. US-Armee am 27. April 1945 die Häftlinge aus den KZ-Lagern Kaufering befreite. Der Markt Kaufering und der Verein „Gedenken in Kaufering“ erinnern mit einer Gedenkwoche daran. Den Auftakt machte am Montag die Begrüßung von sechs Überlebenden aus Israel und Deutschland mit Angehörigen am Mahnmal „Hain der 30000“.

„Unseren Gästen wollen wir uns ganz persönlich widmen, damit sie in familiärer Wärme spüren, dass wir sie – auch stellvertretend für die vielen anderen – nicht vergessen haben“, empfing Bürgermeister Dr. Klaus Bühler die Ehrengäste am Kauferinger Bahnhof. Er erinnerte an die 30000 Häftlinge, die seit dem 18. Juni 1944 in die elf Außenlager gebracht wurden und von denen, so Bühler, „nach bisherigen Kenntnissen bis zu 20000 Häftlinge ihr Leben gelassen haben“. Sie starben durch Hunger, Kälte, Entkräftung, Seu- chen, psychische und physische Demütigung oder kamen in den Gaskammern von Auschwitz oder auf Todesmärschen ums Leben. Der stellvertretende Präsident der Vereinigung der Überlebenden von Landsberg/Kaufering, Zwi Katz, sagte: „Es ist ein festgesetztes Ziel der Überlebenden, ein gebührendes Erinnerungs- und Anerkennungswerk zu erhalten. Das hier ist ein Werk, dass wir lange vermisst haben.“ Es gebe keinen besseren Ort als den Bahnhof – die Drehscheibe zu den Lagern und „Endstation für viele Juden“. Chaim Melech, der in einer Schweigeminute die Namen seiner 70 in Auschwitz umgekommenen Verwandten vorlas, sorgte für den emotionalsten Moment.

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