Augenzwinkernd

Die Selbstbildnisse des Malers Karl Siegfried Büchner sind von Selbstironie geprägt – wie das Bild „Part of me“, das derzeit im Neuen Stadtmuseum zu sehen ist. Foto: Irlen

Amerikanische Landschaften neben Selbstbildnissen und Bildern von Bierdorf am Ammersee – Das Neue Stadtmuseum Landsberg präsentiert bis zum 14. Oktober eine Auswahl aus dem Nachlass des Malers Karl Siegfried Büchner (1936-2009). Damit zeigt das Stadtmuseum einen zwar begrenz-ten, aber doch repräsentativen Querschnitt der Malerei Büchners.

1936 in Lindau geboren, absolvierte Büchner zunächst eine kaufmännische Ausbildung. Mit 20 Jahren bezog er sein erstes Atelier in Lindau und lernte bei Malern des Neuen Realismus. Von 1993-2005 lebte und arbeitete Karl Siegfried Büchner in Bierdorf am Ammersee. Ein künstlerisch sehr fruchtbarer Zeitraum: über 80, meist kleinformatige Bierdorf-Bilder entstanden in dieser Zeit. Ironisch nannte Büchner diese Motivreihe auch „Werkgruppe Kaff“. 1996 reiste Büchner in den Westen der USA und ist von den Rocky Mountains so inspiriert, dass die Reise zum Auslöser für die Werkgruppe „Amerikanische Landschaften“ wird. Besonders eindringlich stellt sich in der Ausstellung die große rote Landschaft (ohne Titel) vor, die die gesamte Stirnseite des Raumes einnimmt. Die Selbstbildnisse reflektieren das Selbstverständnis und die Rolle des Malers. Büchner stellte sich selbst oft schonungslos dar. Häufig ist der Kopf in den Vordergrund gerückt. Im Selbstbildnis „Part of me“ drängt sich der große rote Kopf mit den fixierenden blauen Augen dem Betrachter geradezu auf. Ein grüner Balken schneidet die untere Gesichtshälfte ab und bringt als Komplementärfarbe das Rot des Kopfes zum Leuchten. Büchners Bildwelten vereinen Abstraktion und Figuration, seine irritierenden Einschreibungen oder „Botschaften“ verweisen augenzwinkernd oder selbstreflexiv auf die Realität jenseits der Malerei, oder umgekehrt auf die Illusion der Malerei. Kurzum, die Suche nach den Möglichkeiten in der Malerei sind der Spannungsbogen, den es in der Landsberger Ausstellung zu entdecken gilt. Der Bildband zur Ausstellung führt in das Werk Büchners ein und präsentiert die in der Ausstellung gezeigten Bilder auf 64 Farbseiten. Am Sonntag, 19. August, fand die Vernissage statt, weitere Infos unter www.museum-landsberg.de.

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