176 Millionen Euro für den Nato-Flugplatz Lechfeld

Größere Startbahn für größere Flugzeuge

A400M auf Nato-Flugplatz Lechfeld
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Benötigt für seine Stationierung auf dem Nato-Flugplatz Lechfeld viel Platz: der Großraumtransporter A400M.

Lechfeld – Der die nördliche Grenze des Landkreises Landsberg tangierende Nato-Flugplatz Lechfeld wird zu einer der größten Baustellen in der Region. Unter anderem muss die Start- und Landebahn auf dem Fliegerhorst verbreitert werden. Schließlich sollen dort zehn A400M stationiert werden. Und der neue Großraumtransporter der Bundeswehr braucht Platz, viel Platz.

Die erste größere Baumaßnahme zur nachhaltigen Ertüchtigung des Fliegerhorstes für die Stationierung des Transportflugzeugs A400M wird die Verbreiterung der Start- und Landebahn auf 45 Meter darstellen. Die diesbezüglichen Planungen, die auch eine Anflugblitz-Befeuerung sowie das Instrumentenladesystem ILS umfassen, hat das Bundesverteidigungsministeribereits gebilligt. Bis die ersten Baufahrzeuge rollen, gibt es jedoch noch viel zu tun.

Rückblick: Wie im KREISBOTEN berichtet, hatte im Januar 2019 die damalige Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen die Entscheidung bekannt gegeben, am Flugplatz Lechfeld nicht nur einen zweiten Standort für den A400M zu etablieren, sondern dort auch eine „Multinational Air Transport Unit“ (MNAU) mit Partnernationen einzurichten – eine internationale Drehscheibe also.

Für deren Aufbau wurde im September 2020 durch den Inspekteur der Luftwaffe zunächst ein Umsetzungselement am Standort Wunstorf aufgestellt. Idee ist, dass MNAU-Mitglieder sowohl Personal und A400M-Flugzeuge mit eigener Hoheitskennung in den Verband integrieren als auch gegenseitigen Transportbedarf decken können. Auch die Möglichkeit der gegenseitigen Luftbetankung soll sichergestellt werden.

Transporter statt Jets

Der Infrastrukturtrupp, eine vom Lufttransportgeschwader (LTG) 62 in Wunstorf bei Hannover aufgestellten Arbeitsgruppe, nahm im Oktober 2020 seine Arbeit auf. Am Dienstort Untermeitingen ermittelt und konkretisiert der drei Mann starke Trupp die Bedarfe der Luftwaffe an einen modernen Standort für die A400M-Flotte. Denn auf dem ursprünglich für Kampfflugzeuge konzipierten Flugplatz ist mit dem Wechsel auf ein größeres und technologisch anspruchsvolles Transportflugzeug zwangsläufig auch die Anpassung der Infrastruktur mittels umfangreicher Bauarbeiten erforderlich.

Eine riesige, höhenabgestufte Wartungs- und Instandsetzungshalle mit drei Dockplätzen ist Gegenstand einer sogenannten Bedarfsträgerforderung, die kürzlich erstellt wurde. Diese befindet sich jetzt in der Mitprüfung durch das Luftwaffentruppenkommando. Eine weitere Forderung aus dem Lechfeld betrifft den Ausbau der Flugbetriebsflächen und umfasst unter anderem den Neubau der Rollwege für das Waffensystem A400M sowie die Abstell- und Enteisungsflächen.

Eine hohe Priorität erfährt auch das Konzept zum Ausbau des IT-Leitungsnetzes. Die Schaffung zusätzlicher Verkehrs- und Abstellflächen (bis zu 14 Liegeplätze im Freien) sowie Infrastruktur für den Luftumschlag (Passagier- und Frachtabfertigung) und für das Fliegende Personal mit Gefechtsstand sowie Sanierungs- und Anpassungsmaßnahmen im Unterkunfts- und Stabsbereich stehen ebenfalls auf der Ausbau-Agenda. Zusätzlich wird die Errichtung eines neuen Towers geplant.

Parallel zur Bedarfsermittlung durch die Luftwaffe laufen Voruntersuchungen, welche unter anderem umweltrechtliche Belange berücksichtigen. Derzeit wird ein landschaftsökologisches Gesamtkonzept erstellt, um für einen Ausgleich zwischen der zu schaffenden Infrastruktur und der Naturausstattung zu sorgen.

Für die Umsetzung der Ausbaumaßnahmen ist das Münchener Kompe­tenzzentrum Baumanagement des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr in Zusammenarbeit mit der bayerischen Landesbauverwaltung verantwortlich. Die luftrechtlichen Genehmigungen (inklusive einer möglichen Neubewertung des notwendigen Lärmschutzes) erteilt das Luftfahrtamt der Bundeswehr.

Die Aufnahme des Flugbetriebs auf dem Lechfeld ist in Form einer dem LTG 62 unterstellten Lufttransportgruppe mit zehn deutschen A400M der Luftwaffe geplant. Dafür sind etwa 600 Luftwaffen-Dienstposten (zusätzlich Brandschutz, Truppenküche, Sanitätsversorgung, Wetterberatung usw.) erforderlich.

Die Umsetzung der Baumaßnahmen auf dem Nato-Flugplatz Lechfeld soll in wesentlichen Teilen in 2028 abgeschlossen werden. Die Gesamtkosten dafür liegen nach einer vorläufi­gen Schätzung bei circa 176 Millionen Euro. mjk/oni

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