Teure Ortsdurchfahrt

Zwei-Etappen-Ausbau der LL16 durch Denklingen kostet 2,6 Millionen Euro

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Die Ortsdurchfahrt Denklingen: Wegen des Ausbaues samt neuem Gehweg musste der Eigentümer die Hecke zurückzuschneiden – man sieht‘s am braunen Streifen.

Denklingen – Tief in den Säckel langen müssen der Landkreis Landsberg und die Gemeinde Denklingen beim Ausbau der 1,3 Kilometer langen Ortsdurchfahrt. Die Kosten dafür betragen 2,7 Millionen Euro. Das ist eine Million mehr, als in der ersten groben Schätzung veranschlagt war. Und es sind immer noch 600.000 Euro mehr gegenüber der ersten Kostenberechnung des Architekten.

Die deutliche Mehrung sei „der Hochkonjunktur geschildert“, führt Landratsamtssprecher Wolfgang Müller auf Anfrage des KREISBOTEN dazu aus; Ein Aufschlag bis zu 20 Prozent sei bei der aktuellen Auslastung im Handwerksbereich nicht außergewöhnlich. Den Zuschlag hat die Firma Strommer aus Schongau bekommen. Müller verweist auch darauf, dass mit der Kostenmehrung auch mehr Zuwendungen vom Staat zu erwarten seien. Dieser Betrag erhöhe sich auf 830.000 Euro.

Nach Müllers Worten wird die Baumaßnahme – anders als zunächst vorgesehen – in zwei Etappen durchgezogen. Heuer ist der Bereich vom Ortsende Richtung Epfach/Schongau bis zur Ortsmitte an der Antoniuskapelle dran. Die Arbeiten beginnen am 20. Mai. Bis Mitte November werden die Tiefbauer auf diesem Abschnitt zu Gange sein. Während der Sommerferien wird, weil dann keine Schulbusse fahren – die Kreuzung im Dorf zur Baustelle.

Im nächsten Jahr werden die Arbeiten auf der Leederer Straße fortgesetzt – bereits ab März. Ende Juli soll die Maßnahme zum Abschluss kommen, die unter den aktuellen Straßenprojekten des Landkreises Landsberg als größtes Projekt einzustufen ist.

Federführend beim Neubau der Ortsdurchfahrt ist der Landkreis; schließlich ist die LL 16, die von Epfach über Denklingen Richtung Leeder führt, eine Kreisstraße. Unabhängig davon beteiligt sich auch die Gemeinde Denklingen an dem Vorhaben. Sie übernimmt die Kosten für die Hauptwasserleitung, für die Hausanschlüsse und für den Kanalbau: insgesamt 816.000 Euro. Der Gemeinderat hat der Vergabe an Strommer bereits zugestimmt.

Die Vorbereitungen für Straßenausbau sind schon angelaufen. So hat Hauseigentümer Dr. Heiner Lamnek von Bürgermeister Andreas Braunegger die Aufforderung erhalten, die Thujenhecke an seinem 80 Meter langen Grundstück an der Bahnhofstraße 10 zurückzuschneiden. Grund: Die Gemeinde will auf der Südseite den Gehweg bis zum Ortsende verlängern. Bisher reicht er von der Ortsmitte nur bis zur Einmündung Birkenstraße.

Lamnek hat das Anwesen mit dem 2.000 Quadratmeter großen Grundstück erst vor eineinhalb Jahren erworben. Die Hecke sei durch das Zurechtstutzen regelrecht verschandelt worden, schimpft der Eigentümer. Dies könne man an den langen braunen Streifen deutlich sehen. Grün sei die Hecke nur noch oben am Kopf. Lamnek stellt den Sinn eines breiten Fußwegs auf der Südseite ohnehin in Frage. 

Johannes Jais

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