Nächtliche Prügel an der Autobahn

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Symbolfoto

Landsberg – Vier Männer wollen zusammen einen lustigen Abend verbringen. Er endet unrühmlich an einer Autobahnausfahrt – mit einer nächtlichen Prügelattacke, einem Verletzten und einer Verhandlung vor dem Schöffengericht Landsberg. Dort wurde der 42-Jährige Grafrather wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt. Außerdem muss er Schmerzensgeld an sein Opfer zahlen.

Der Angeklagte hatte sich am fraglichen Abend Ende April als Fahrer für das Herren-Quartett zur Verfügung gestellt. Die Männer – der 42-jährige Grafrather, ein 45-Jähriger aus Inning, sowie zwei Windacher, 43 und 40 Jahre alt – fuhren gemeinsam nach Kaufering, wo es zunächst in eine Cocktailbar und dann in die Disco ging.

Dort habe der Inninger immer wieder versucht, sich an jüngere Frauen heranzumachen, was dem Grafrather missfiel. Und er wollte sich vom Angeklagten Geld leihen, was dieser ablehnte. Der 43-jährige Windacher gab dem Inninger schließlich 50 Euro, dabei war er von allen finanziell am schlechtesten dran.

Den Grafrather ärgerte das – er selbst hatte dem Windacher nach einer Zwangsräumung beim Umzug geholfen und hatte ihm öfter finanziell unter die Arme gegriffen. Außerdem nervte ihn das ganze Auftreten des Inningers, der mit seiner Vergangenheit als Boxer und Kontakten zum Zuhälter- und Drogenmilieu geprahlt habe.

Die schlechte Stimmung eskalierte nachts um zwei auf der Heimfahrt. Kurz hinter der Autobahnausfahrt Schöffelding hielt der Angeklagte, er und der 45-Jährige stiegen aus.

Der andere habe zuerst zugeschlagen, behauptete der Grafrather vor Gericht. Der Inninger habe getobt und gedroht, dem 45-Jährigen und seiner Familie etwas anzutun. „Ich hatte Angst und habe zurückgeschlagen.“ Dass er sein am Boden liegendes Opfer dann auch noch getreten habe, räumte er ein – allerdings nur in die Seite und nicht ins Gesicht, wie es in der Anklageschrift hieß.

Die beiden anderen Männer hatten die entscheidenden Szenen der Prügelei nicht genau sehen können – das zumindest behaupteten sie vor Gericht. Die Zeugen seien mit Täter und Opfer befreundet, wie der ermittelnde Polizeibeamte anmerkte.

Das ärztliche Attest des Opfers sprach jedoch für sich. Der Inninger, der zu diesem Zeitpunkt fast zwei Promille Alkohol im Blut hatte, trug ein gebrochenes Nasenbein, Prellungen und Risswunden davon.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Sabine Grub verurteilte den Grafrather zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt ist. Außerdem muss er an den Inninger 1200 Euro Schmerzensgeld zahlen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Ulrike Osman

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