Ein Schiff wird kommen

Ausflugsdampfer: Ammersee-Westufer wird ab Samstag wieder angefahren

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Ab Samstag fahren die Ausflugsdampfer endlich auch wieder die Gemeinden Dießen, Utting und Schondorf an.

Ammersee – „Leinen los“ heißt es ab Samstag, 20. Juni, auch wieder am Westufer. Die Bayerische Seenschifffahrt erweitert ihre wegen Corona abgespeckte Route und fährt auch Dießen, Utting und Schondorf an. Der bisherige Sonderfahrplan ignorierte das Westufer und bot nur einstündige Rundfahrten zwischen Stegen und Herrsching an. Zu verdanken ist die Kehrtwende zum einen den schrittweisen Lockerungen der Corona-Einschränkungen, zum anderen dem geballten Protest der Dießener Gastronomie und Gewerbetreibenden.

Durch den von Ostern auf Pfingsten verschobenen Start hatten die von den Corona-Maßnahmen ohnehin gebeutelten Wirte vergeblich gehofft, dass die Ausflugsdampfer hungrige und durstige Gäste absetzen. Um so enttäuschter waren sie, dass die Schiffe nicht mal Dießen, die größte Westufer-Gemeinde, anfahren. Viele Ausflügler, die mit der S-Bahn nach Herrsching kamen und mit dem Schiff nach Dießen übersetzen wollten, verzichteten auf die Ersatz-Rundfahrten und blieben am Ostufer. Zur Freude der dortigen Gastronomie.

Michael Grießer, Geschäftsführer der Bayerischen Seenschifffahrt, bedauerte, im Trubel der Startvorbereitungen versäumt zu haben, die zuständigen Stellen in Dießen zu informieren. Zum Ärger von Bürgermeisterin Sandra Perzul und Ursula Wacke, der Vorsitzenden des Gewerbeverbandes. Sie äußerten ihr Bedauern über das „Abhängen ohne Vorwarnung“ auch in der Abendschau des BR. Unterbräu-Wirt Martin Brink sprach hier für die Gastronomen: Sie bräuchten im Sommer die Auslastung durch die Schiffstouristen, um über den Winter Betrieb und Arbeitsplätze erhalten zu können.

Spontane Hilfe kam von Alex Dorow, CSU-Stimmkreisabgeordneter im Bayerischen Landtag. Über den kurzen Dienstweg machte er sich beim Staatsminister Albert Füracker für eine schnelle Erweiterung der Routen an das Ammersee-Westufer stark. Priorität war dabei, dass die dortigen Gemeinden nicht länger vollständig abgeschnitten sein dürften, um auch von den touristischen Lockerungen profitieren können. Dorow zeigte sich erfreut über das Ergebnis seiner Gespräche: „Ein deutlicher Schritt in Richtung Normalität.“ Für die Ausarbeitung der Details werden nach Aussagen des Ministers auch die Gemeinden einbezogen.

Tatsache ist, dass wegen der Hygiene- und Abstandsvorschriften die Ammersee-Dampfer nur zu einem Drittel belegt sein dürfen. Wenn die maximal zulässige Fahrgastzahl erreicht ist, können in Dießen, Utting oder Schondorf wartende Gäste nicht zusteigen und müssen auf das nächste Schiff warten. Ein logistisches Problem, das die Profis der Ammersee-Schifffahrt hoffentlich lösen können. Die Flotte umfasst vier Schiffe: die beiden historischen Raddampfer „Herrsching“ und „Dießen“ sowie die Motorschiffe „MS Augsburg“ und „MS Utting“.
Dieter Roettig

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