Ersatz für die Zerstörung

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An den bestehenden Gebäuden der ehemaligen Pflugfabrik wurden Ende März Nisthilfen angebracht.

Landsberg – Gerade jetzt im Frühling ist wieder überall Vogelgezwitscher zu hören. Auch mitten in der Stadt sind viele verschiedene Arten anzutreffen. Manche sind sogar „Nutznießer“ des Menschen, denn sie nisten an den Gebäuden in der Stadt. Was aber passiert mit den sogenannten Gebäudebrütern, wenn ihre Nistplätze abgerissen werden? Dann muss Ersatz geschaffen werden, erklärt Landschafts­ökologin Dr. Sonja Kübler, die diese Aufgabe derzeit an der ehemaligen Pflugfabrik übernimmt.

Insgesamt 52 Nistmöglichkeiten sind Ende März auf dem Gelände der ehemaligen Pflugfabrik angebracht worden, 22 davon sind am Lechufer zu finden. Dazu gehören sogenannte Nischenbrüterhöhlen, Rauchschwalbennester, Mauerseglerkästen und Fledermausquartiere. Man habe den Tieren hier ein breites Angebot geschafften, so die Landschaftsökologin.

All das ist Teil einer vorgezogenen Ausgleichsmaßnahme, die aufgrund einer Speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (SaP) notwendig wurde. Im Prinzip ist es ganz einfach: „Dort wo etwas zerstört wird, muss es neu gemacht werden“, sagt Dr. Sonja Kübler. Im Fall der ehemaligen Pflugfabrik bedeutet das, man schafft bereits jetzt Ersatz für Vögel und Fledermäuse. An den Gebäuden, die zuletzt abgerissen werden, habe man nun Nisthilfen angebracht. In den neuen Gebäuden, die auf dem Gelände entstehen sollen, werden dann bereits sogenannte Nisteinbausteine integriert sein, erklärt die Landschaftsökologin, die von Projektentwickler "ehret+klein" beautragt wurde.

Für Baumbrüter

Nicht nur für Vögel und Fledermäuse, die an den Gebäuden eine Nistmöglichkeit finden, auch für die Baumbrüter muss ein Ersatz geschaffen werden. Denn auch Bäume werden auf dem Gelände gefällt werden müssen, sobald mit dem Bau begonnen wird. Deshalb hat man auch am Lechufer bereits 22 Nisthilfen in den Bäumen angebracht. Aber nicht nur Vögel und Fledermäuse hat Dr. Sonja Kübler bei der ökologischen Baubegleitung zu beachten. Auch Eidechsen, Blindschleichen oder Biber kreuzen ihren Weg. Allerdings seien Vögel und Fledermäuse vom Bau immer sehr stark betroffen, so die Expertin.

Auch die Jahreszeiten bzw. Brutzeiten müssen für ein Bauvorhaben aus Vogelsicht bedacht werden. Dass die Vögel sich mit der Umsiedlung von einem Gebäude bzw. Baum zum anderen schwer tun könnten, bezweifelt Kübler. Immerhin habe man den Tieren richtige „Luxusquartiere“ geschaffen.

Astrid Erhard

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