Dritte Freiwilligenmesse im Landkreis Landsberg

Ringen um Ehrenamtliche

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Vertreter von 30 ehrenamtlichen Organisationen präsentierten sich bei der dritten Freiwilligenmesse des Landkreises – unterstützt von den „Stelzern“, die als lebende Werbung durch die Stadt liefen.

Landsberg – Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, aber nicht wissen wo – sie waren am Samstag bei der dritten Freiwilligenmesse des Landkreises an der richtigen Adresse. Unter dem Motto „Ich für dich“ präsentierten 30 ehrenamtliche Organisationen aus Gesundheit, Umwelt-, Natur- und Tierschutz, Migration, Sozialem und anderen Bereichen ihre Aufgabengebiete, intensivierten Kontakte und informierten die zahlreichen Besucher.

Einer der ersten war ­Landrat Thomas Eichinger, der die Messe offiziell eröffnete. Er zollte den Ehrenamtlichen Anerkennung für ihr überdurchschnittliches Engagement („wir sind im Landkreis wirklich gesegnet“) und unterstrich die Bedeutung des freiwilligen Engagements für die Gemeinschaft. „Ohne Ehrenamt wäre es ein kalter Landkreis.“

Dass von freiwilligem Engagement nicht nur diejenigen profitieren, denen geholfen wird, sondern auch die Helfer selbst, konnte man an den vielen strahlenden Gesichtern an den Ständen sehen. Und auch Eichinger hob hervor, dass das Ehrenamt eine Quelle von Freude und Zufriedenheit sein könne. „Man lernt viel, lernt Menschen kennen, entwickelt einen Blick für die Nöte anderer und bringt die Gesellschaft zusammen.“

Einiges war in diesem Jahr anders als bei den ersten beiden Freiwilligenmessen. Statt des Sportzentrums hatte man das Pfarrzentrum Mariä Himmelfahrt in der Ludwigstraße als Veranstaltungsort gewählt. Das bedeutete zwar eine Reduzierung der Teilnehmer – es konnten sich nur 30 statt wie früher 40 Aussteller präsentieren – doch es brachte eine bessere Erreichbarkeit für die Besucher mit sich. „Wir wollten mitten in die Stadt und dadurch mehr in Laufnähe sein“, so Katrin Dyballa von der Ehrenamts-Koordinationsstelle im Landratsamt.

Neu war auch der Veranstaltungstag – Samstag statt Sonntag, um möglichst viele Menschen in der Stadt zu erreichen. Als Attraktion waren „Die Stelzer“ mit der von der Partie, die während der gesamten Veranstaltungsdauer in der Innenstadt unterwegs waren und Werbung für die Messe machten, um spontane Besucher anzulocken.

Die Begeisterung fürs Ehrenamt und die selbst gewählte Aufgabe war an jedem Stand zu spüren – zum Beispiel bei Mercy Ships, einer Organisa­tion, die erst seit wenigen Monaten im Landkreis vertreten ist. Mercy Ships betreibt ein privates Hospitalschiff, auf dem vor der afrikanischen Küste kostenlos chirurgische Eingriffe vorgenommen werden – zum Beispiel Tumorentfernungen, gynäkologische und orthopädische Operationen sowie plastische Chirurgie bei Deformitäten, die Menschen zu Ausgestoßenen ihrer Dorfgemeinschaft machen.

Viele Aussteller hatten sich mit ihrem Messe-Auftritt große Mühe gemacht, hatten nicht nur Informations-Flyer dabei, sondern auch Spiele für Kinder und handfestes Anschauungsmaterial. Der Verein „Hund und Besuch“ mit Sitz in Greifenberg hatte zwei Vierbeiner mitgebracht, die gelassen die Betriebsamkeit um sie herum beobachteten – und damit gleich demonstrierten, warum sie für ihre Aufgabe so geeignet sind. „Wir besuchen Menschen mit psychischen Problemen, Senioren und auch Schulklassen“, berichtete die Vorsitzende Theresia Busen. In Grundschulen habe sich zum Beispiel das Projekt „Lesen mit Hund“ bewährt. Dass sich die Lesekompetenz von Kindern verbessert, wenn sie einem Hund vorlesen „klingt verrückt, ist aber so“. Denn der Hund kritisiert nicht, sondern zeigt Freude über die Zuwendung.

Ein buntes Rahmenprogramm mit Modenschau, Kinderschminken, Sketchen und sogar Schultermassagen sorgte zusätzlich für Wohlfühlatmosphäre. Flotte musikalische Einlagen lieferte Pianist Felix ­Mathy.

Ulrike Osman

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