Ausstellung mit Charme – Künstlergilde Landsberg-Lech-Ammersee präsentiert ihre Werke

Eine Steigerung der letztjährigen Ausstellung konnte sich Gerhard Heitzer, 1. Vorsitzender der Künstlergilde Landsberg-Lech-Ammersee, gar nicht mehr vorstellen. Aber, so sagte er im Gespräch mit dem KREISBOTEN, „die Kunstausstellung 2008 hat eine solche Geschlossenheit und Ausstrahlung, einen solchen Charme, dass sie die vorjährige noch überbietet.“

Woran liegt’s? In Ihren einleitenden Worten zur Eröffnung der Ausstellung am vergangenen Samstag im Foyer der Berufs- und Fachoberschule Landsberg hatte die frisch gekürte Leiterin des Neuen Stadtmuseums, Dr. Margarete Meggle-Freund, eine plausible Erklärung geliefert: Alle ausgestellten Werke zeugten von einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Gegenstand und jedes der 168 Bilder von mehr als 50 Künstlern sei auf seine Weise „dicht“. Wie schon im vergangenen Jahr, so ist auch die Ausstellung 2008 ein Zeitschnitt durch das Schaffen der Künstler aus Stadt und Region. Künstler, die schon jahrelang die Ausstellung beschicken, können in ihrer Entwicklung beobachtet werden. Wie etwa Gerhard Heitzer selbst, dem mit seinem großformatigen Stadtarchitekturbild „Wir haben hier keine bleibende Stadt“ ein Werk gelungen ist, das die einzelnen Baukörper in ihre grafische Aussage auflöst, was durch die einzelnen schwarzen Striche noch besonders betont wird. Oder nehmen wir den bekannten Landsberger Maler Hans Dietrich, dem mit seiner Weldener Weiherlandschaft, dem Kapellenbild und dem Gartenstück in ihrer grün-blauen Farbigkeit spannende Bilder gelungen sind. Unterschiedlich in Format, Technik und Motiv sind die Bilder dieser Jahresausstellung, ob Radierung, deren Motiv genau mit dem Stichel gezogen wurde, ob Acryl auf Leinwand, ob Aquarell oder Holzskulptur, authentische Zeugnisse der Künstler. Die diesjährige, sicherlich nicht leichtfertig getroffene Auswahl bestätigt diese Ansicht. Die weitgehend in sich geschlossene Hängung der Werke ist glücklich. Die einzelnen Formate wurden, so gut es die für Ausstellungszwecke nicht gerade einfachen räumlichen Verhältnisse zulassen, thematisch zusammengefasst. Was ist dort nicht alles sehen! Leichte erotische Miniaturen von Eva Graf-von Rossen, witzig-geistreiche Zeichnungen mit Bleistift auf Acryl, oder die „Earflyer“ von Tom Rücker, die an die Kopffüßler eines Bernd Uecker erinnern, aber vielleicht doch, wie Dr. Meggle-Freund bemerkte, auf tatsächliche Probleme des Künstlers mit den Ohren hindeuten. Solche Kunst zeigt auf wunderbare Weise, wie wir als Betrachter teilhaben an ganz individuellen Problemen, die als Motiv im Kunstwerk einen völlig anderen Stellenwert bekommen. Welch hohes Niveau die Landsberger Fotogruppe hat, die traditionell ihre Aufnahmen bei der Künstlergildenausstellung zeigt, war gut zu sehen. Aufregend die BMW-Welt, interessant der Blick auf den Lechverlauf bei Epfach in einem Spätsommer und Tage später in einem Winterzustand. Hier wird die Dokumentationsfunktion der Fotografie thematisiert. Die wahrlich sehenswerte Ausstellung ist noch bis zum 30. November jeweils samstags und sonntags von 14 bis 17.30 Uhr in der Staatlichen Berufs- und Fachoberschule Landsberg in der Spitalfeldstraße zu besichtigen.

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