Hilfe auf archaisch

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Das „Cultural Relief Program“ in einem Flüchtlingslager an der türkisch-syrischen Grenze für traumatisierte Kinder stellen „Die Stelzer“ nun in Berlin vor. 

Landsberg/Berlin – Mit „Theater auf Stelzen“ helfen Wolfgang Hauck und „Die Stelzer“ schon seit Ende 2014 im Rahmen eines kulturellen Hilfsprogramms traumatisierten Kindern in einem Flüchtlingslager an der türkisch-syrischen Grenze. Um dieses „Cultural Relief Program“ vorzustellen, hat das Auswärtige Amt „Die Stelzer“ nun zu seinem Forum „Menschen Bewegen“ in Berlin eingeladen.

Drei Tage lang soll hier erstmals das gesamte Spektrum der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik vorgestellt werden. „Es geht darum, Kultur und Außenpolitik in einer aus den Fugen geratenen Welt gemeinsam mit unseren Partnern weiter zu entwickeln“, so Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Aufgrund von Gewalterfahrungen und Fluchterlebnissen sind die Kinder und Jugendlichen in solchen Flüchtlingslagern traumatisiert. Ihr Alltag ist nicht nur voller Entbehrungen, sondern ohne jegliche Aussicht und Perspektive. „Unsere Hilfe funktioniert ganz archaisch –mit einfachen Holzstelzen und selbstgebastelten Trommeln aus Pappeimern“, erzählt der Landsberger Künstler und Theaterleiter Wolfgang Hauck. „Aber für die Kinder ist es eine wichtige Erfahrung, dass sie trotz allem, was sie erlebt haben, auch wieder in einem Alltagsleben ankommen, in dem es auch Spaß, Freude und Freunde gibt.“

Das Konzept des Programms baut auf einem Multiplikationseffekt auf: Lokale Trainer werden unter professioneller Leitung als Multiplikatoren ausgebildet, die wiederum weitere Trainer ausbilden und Kinder mit kulturellen Angeboten betreuen sollen.
 In Berlin trifft Hauck fünf der Jugendlichen aus dem Lager in Nusaybin, mit denen er 2015 mehrere Trainings und ein Ausbildungsprogramm durchgeführt hat. Die fünf haben den Weg nach Berlin geschafft. Sie werden zusammen mit Leo Mandl aus Landsberg in Berlin als Co-Trainer bei den beiden Workshops mitwirken.

In einem Vortrag am Abend stellt Hauck zusammen mit seinen Team im Rahmen von „Kultur und Außenpolitik live“ in der Station Berlin am Gleisdreieck seine Arbeit vor. „Nun gilt es auch auf der bundespolitischen Ebene die Pilotprojekte in einem größeren Umfang zu entwickeln“, betont Hauck. „Die Lager in denen wir nun tätig werden, haben nicht mehr 4.000 sondern 20.000 Bewohner. Die Hälfte sind dabei immer Kinder und Jugendliche.“

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