Autarkes Dorf – Eresing will auf Bioenergie setzen

Der Weg zum Bioenergie-Dorf ist nicht einfach, aber lohnend. Vor allem sollte er einvernehmlich und auf der Basis einer möglichst breiten Zustimmung der Bevölkerung beschritten werden. Das hat Eugen Schäfer, der maßgeblich an der energetischen Umgestaltung des Klosters St. Ottilien beteiligt war, im Gemeinderat empfohlen. Bürgermeister Josef Loy hatte den Experten eingeladen.

Rund 50 Bioenergie-Dörfer, die ihren gesamten Strom- und auch Wärmebedarf aus regenerativen Quellen selbst decken, gebe es inzwischen in Deutschland, erklärte Energiefachmann Schäfer. Der erste Schritt auf dem Weg dorthin sei die Aufstellung eines Energienutzungplans, also einer Auflistung sämtlicher öffentlicher und privater Energieverbraucher im Ort sowie ihres voraussichtlichen Bedarfs für die nächsten zwei bis drei Jahre. Auf der Basis dieser Daten können dann zentrale Energieversorgungsanlagen konzipiert und in Abschnitten realisiert werden. „Wichtig ist es, sich auf mehrere Beine zu stellen, also etwa Hackschnitzelheizkraftwerke, Biogas- und Solaranlagen zu errichten“, erklärte Schäfer. Der Wirkungsgrad von Biogasanlagen habe sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt, auch arbeiteten sie inzwischen vollkommen geruchsfrei. Entscheidend sei, dass das Projekt von der Bevölkerung mitgetragen und diese auch an der Planung beteiligt werde. „Umso hö- her ist später die Anschlussdichte“, sagte Schäfer. Er empfahl deshalb, einen Arbeitskreis einzurichten, der die Bürger informiert, und anschließend eine öffentliche Diskussion. Die Bürger müssten hinter dem Projekt stehen, und die Gemeinde solle sich nicht entmutigen lassen, wenn auch Gegenstimmen laut würden. „Die Begeisterung wird mit der Zeit wachsen.“ Bürgermeister Loy kündigte an, in der Gemeinderatssitzung am 20. Mai das konkrete Vorgehen und die Verfahrensschritte auf die Tagesordnung zu bringen.

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