A96-Tunnelsanierung

Klares Votum für die Variante Mitte

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Voraussichtlich im Sommerhalbjahr 2015 wird der A96-Tunnel Eching saniert.

Eching – Mitte oder West: Zwei Alternativen, wie der Verkehr während der geplanten Bauarbeiten im Autobahntunnel umgeleitet werden kann, haben Vertreter der Autobahndirektion Südbayern den Echinger Bürgern vorgestellt. Das Votum fiel klar für Mitte aus.

Bei der Variante Mitte bliebe für den Ort die bestehende Straßenführung erhalten, während bei der Option West eine Behelfsbrücke im Westen der Ortschaft gebaut würde. Am Ende des Informationsabends in der Sporthalle, der mit rund 200 Bürgern gut besucht war, wurde ein eindeutiges Votum für die Variante Mitte abgegeben.

Eching – auch das wurde klar – ist in dieser Angelegenheit ein Schulbeispiel dafür, wie das Zusammenspiel zwischen Behörden, Kommune und Bürgern funktionieren kann. Nachdem die ursprünglich geplante Umleitungsstrecke Ost auf Ablehnung in der Bevölkerung stieß, formierte sich eine Bürgerinitiative. Die beließ es nicht beim Protest, sondern erarbeitete konkrete Gegenvorschläge. Zwei davon wurden von der Autobahndirektion aufgegriffen und weiterentwickelt. Die Resultate stellten Gernot Rodehack und Dr. Christian Hocke von der Dienststelle Kempten jetzt den Bürgern vor.

Wie Rodehack erläuterte, finden die Sanierungsarbeiten voraussichtlich im Sommerhalb­jahr 2015 statt. Die Tunnelröhren werden nacheinander für je drei Monate gesperrt. Einen nennenswerten Puffer enthalte der Zeitplan nicht, gab Rodehack auf Nachfrage eines Zuhörers zu. Die Hälfte der rund 54000 Fahrzeuge, die täglich die A 96 bei Eching benutzen, muss während der Bauzeit umgeleitet werden.

Kein Kreisverkehr nötig

Bei der Variante Mitte wird der Autobahnverkehr über die Staatsstraße und eine 30 Meter hohe Behelfsbrücke geführt. Für den übrigen Verkehr schafft eine provisorische Staatsstraße die Anbindung nach Westen. Der Kreisverkehr bliebe bei dieser Lösung unangetastet. Die Behelfsbrücke erhält auf der südlichen Seite eine zweieinhalb bis drei Meter hohe Lärmschutzwand, die provisorische Staatsstraße wird mit einer Querungshilfe und Bushaltestellen ausgestattet.

Bei der Variante West würde die Autobahn auf der bestehenden Staatsstraße geradeaus über den Kreisverkehr geführt. „In diesem Fall müssten wir den Kreisverkehr plattmachen“, so Hocke. Eine provisorische Staats­straße würde westlich der Ortschaft über eine 60 Meter hohe Brücke über die A96 geführt und zudem eine Fußgängerbrücke errichtet werden.

„Für uns ist nicht wesentlich, welche der beiden Alternativen realisiert wird“, erklärte Gernot Rodehack. Beide seien technisch machbar und von den Kosten her etwa gleich. „Entscheidend ist, was die Gemeinde will. Ohne ein klares Votum können wir nicht ins Planfeststellungsverfahren gehen.“ 

Bei der Gegenüberstellung der beiden Optionen zeigten sich klare Pluspunkte für die Variante Mitte. Sie hat einen geringeren Flächenbedarf und lässt bestehende Verkehrsbeziehungen unangetastet. Supermarkt, Ärztehaus und Feuer­wehrhaus wären erreichbar wie bisher, während bei der Variante West einen Umweg von 800 Metern notwendig wäre. Bürgermeister Siegfried Luge sprach sich denn auch für die Variante Mitte aus, forderte aber zusätzlich eine Ampel an der Staatsstraße und einen Geh- und Radweg Richtung Inning. Hier schlug eine Bürgerin als Alternative die Nutzung bestehender Wege vor, was sogleich aufgegriffen wurde.

Sorgen bereitete vielen Bürgern das Thema Lärm. Bei der Variante Mitte müsse auch auf der nördlichen Seite der Behelfsbrücke eine Lärmschutzwand errichtet werden, so eine Forderung. Hocke widersprach, dies sei nicht notwendig. Die von Luge geforderte Ampel sei aber mit Sicherheit machbar. Bei einer Abstimmung unter den Anwesenden sprach sich die überwältigende Mehrheit für die Variante Mitte aus. Neben einigen Enthaltungen gab es nur eine einzige Stimme für die Variante West. Ulrike Osman

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