Von "Ave Maria" bis "Ameno"

Der ukrainische Chor „Gregorianika“ bescherte den Zuhörern im Rathausfestsaal ein einzigartiges Musikerlebnis. Foto: Eckstein

Man könnte glauben, sie seien direkt aus einem der überdimensionalen Wandbilder des Rathausfestsaales herausgestiegen: langsam, mit Kerzen in der Hand betreten die sieben Mitglieder des Chores „Gregorianika“ die Bühne, in schlichten grauen Mönchskutten und Kapuze, mit unauffälligem Headset als einzigem Anachronismus.

Schlicht, schnörkellos präsentieren die ukrainischen Sänger ihr Programm, das von gregorianischen Chorälen zu mehrstimmigen Arrangements von liturgischen Gesängen, Popsongs und eigenen Kompositionen reicht. Rein A-Capella ver­weben sich die Stimmen, von hohem Tenor bis Bass zu einem eindrucksvollen, reinen Gesamtklang, aus dem einzelne Stimmen zu Solopartien hervortreten. Das Ensemble unter der Leitung von Oleksiy Semenchuk formierte sich vor zehn Jahren am Konservatorium von Lwiw in der Ukraine, um sich der gemeinsamen Liebe zum gregorianischen Chorgesang zu widmen. Doch erweiterten die Sänger ihr Repertoire bald um mehrstimmige Choräle und schlug die Brücke zur Gegenwart mit eigenen Kompositionen und Arrangements von Popsongs, denen sie ihren eigenen Stil aufprägten und den sie europaweit seit Jahren vertreten. Dabei nehmen sich die Sänger sehr zurück, lassen nur ihre Stimmen wirken, die, jede für sich einzigartig, im Zusammenspiel mit den anderen einen atemberaubenden Klang erzeugt, mal meditativ wie bei den Stücken „Ave Verum“, „Preise meine Seele den Herrn“ oder „In Meditation“ (mit Serhy Rybyn an der Querflöte), mal leidenschaftlich wie bei der Eigenkomposition „Knight in shining armour“ oder Eras „Ameno“. Dass die sieben Männer nicht nur ernst, unnahbar und mystisch wirken können, zeigten sie in der ersten Zugabe, einem russischen „Spaßlied“. Zum Abschluss gaben sie ihren (leider ziemlich wenigen, aber begeisterten) Zuhörern ein Schlaflied mit auf den Weg, das stimmungsvolle „Guten Abend, gut Nacht“.

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