Zu groß geplant?

"Drunter und drüber" muss warten

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Der Neubau einer Brücke über die Kreisstraße zwischen Igling und Kaufering ist ins Stocken geraten, da die Planungen dem Eisenbahnbundesamt zu groß waren.

Kaufering – Zwischen Igling und Kaufering sollte es eigentlich schon lange drunter und drüber gehen. Die Planungen für den Bau einer Brücke über die Eisenbahnlinie Augsburg – Kaufering sind aber heftig ins Stocken geraten. So werden Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger voraussichtlich ein Jahr länger den beschrankten Bahnübergang an der Kreisstraße LL 22 nutzen müssen. Baubeginn könnte, wenn alles planmäßig läuft, im Frühjahr 2016 ein. Das sagte der Sachgebietsleiter Tiefbau im Landratsamt, Johannes Ried, dem KREISBOTEN auf Anfrage.

Schuld an der Verzögerung ist das Eisenbahnbundesamt. Als Aufsichtsbehörde für alle Bahnplanungen zeigte die Behörde dem Projekt die rote Kelle. Die Planungen für die Bahnunterführung seien zu groß geraten, argumentierte das Amt. Kurios ist, dass die Bahn die Durchfahrtshöhe und Breite für ihre Züge selbst ermittelt hatte. Das Eisenbahnbundesamt kam zu ganz anderen Werten. Statt acht Meter Breite seien nur 6,60 Meter genehmigungsfähig. Auch die Höhe der Brücke über den Bahngleisen wurde kritisiert. Statt 5,40 Meter sollen es nun 4,90 Meter werden. Ein Grund für die Reduzierung könnte sein, dass keine Elektrifizierung vorgesehen ist, da es sich um eine Nebenstrecke handelt.

Die vorbereitenden Arbeiten sind aber schon im Gange. Wer von Igling kommend die Kreisstraße befährt, kann die Schneise durch den Wald bereits gut erkennen. Die neue Brücke soll etwa 150 Meter nördlich des beschrankten Bahnüberganges entstehen. Der weitere Straßenverlauf sieht vor, dass nach dem Brückenneubau die Straße einen leichten Bogen in Richtung Kaufering macht, um dann wieder auf die alte Straße zu kommen.

Teurer als die Brücke

Der Landkreis und die Marktgemeinde Kaufering hatten sich schon lange für eine Entschärfung der nicht ungefährlichen ebenerdigen Kreuzung zwischen Bahn und Straßenverkehr ausgesprochen. Auslöser war die Radwegeplanung, betonte Johannes Ried gegenüber unserer Zeitung. Eine zusätzliche Beschrankung für den zu bauen- den Radweg wäre erforderlich gewesen, was dann mit den Kosten des Radweges genauso teuer sei wie der Neubau einer Brücke.

Auch die aus Igling kommenden Autofahrer können aufatmen. Die Gefahr von Auffahrunfällen wird bei einer Brücke entfallen. Die bisherige Straßenführung ist nicht ungefährlich, da die Kurve vor dem Bahnübergang nicht einsehbar ist. Bei geschlossener Schranke staute sich der Verkehr in die nicht einsehbare Kurve hinein.

Profitieren soll, so Ried, vor allem die Marktgemeinde, die dann durch den kreuzungsfreien Bahnübergang zwischen Landsberg und Hurlach mit weniger Durchgangsverkehr auf der alten B17 durch den Ort rechnen kann. „Die Verkehrsführung zwischen Viktor-Frankl-Straße zur neuen B17 wird attraktiver, betont der Tiefbauchef im Landratsamt.

Die neuen Planungen entstehen gegenwärtig am Zeichentisch im Landratsamt. Erst wenn das Eisenbahnbundesamt als Aufsichtsbehörde für die Bahn und die Regierung von Oberbayern als vorgesetzte Behörde des Landratsamtes den neuen Planungen zugestimmt haben, kann gebaut werden. Im Vorfeld muss aber noch eine „Kreuzungsvereinbarung“ abgeschlossen werden. Es liegen also noch viele Formalitäten vor den beteiligten Behörden.

3,4 Millionen Euro wird das Projekt voraussichtlich kosten. Johannes Ried betont, dass die Kosten aufgrund der aktuellen Gesetzeslage gedrittelt werden, zwischen Landkreis, Bahn und Bund.

Siegfried Spörer

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