Der Boden macht es teuer

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Die Kosten für die Pfahlgründung auf dem seenahen Bahnhofsgrundstück sind nochmals um 31000 Euro teurer geworden.

Dießen – Die Sanierung des Bahnhofs in Dießen läuft auch in den Sommermonaten auf Hochtouren. Die neue Bodenplatte im Bereich der ehemaligen Sommerwartehalle und der einstigen Winterwartehalle, für die ein aufwändiges Gründungsverfahren notwendig wurde, ist bereits fertig gestellt. In der jüngsten Bauausschusssitzung erklärte Architekt Mathias Krapf, warum die Pfahlgründung sich nochmals um 31000 Euro verteuert. Insgesamt, so der Architekt, bewegen sich die Sanierungs- und Umbaukosten jedoch im kalkulierten Rahmen von 1,2 Millionen Euro.

Zuletzt war die Gemeinde für die rund 17 Meter tiefe Pfahlgründung auf dem seenahen Grundstück von einem Kostenvolumen von 72000 Euro ausgegangen. Nun muss man sich auf 103000 Euro einstellen. Der Grund, so Krapf liege in der Bodenbeschaffenheit. Die 12 Gründungspfähle, die durch ein Druckluftverfahren eingebracht wurden, seien letztendlich nicht ausreichend gewesen um die Lasten einer Bodenplatte optimal zu verteilen. 

Zugversuche hätten diese Erkenntnis nahegelegt. Deshalb mussten sieben weitere Pfähle in einem anderen Bohrverfahren, das ohne Druckluft auskommt, nachgeschoben werden. Wie Krapf erläuterte, hätte sich die Druckluft, die eigentlich das Bohrgut aus dem Rohr nach oben treiben soll, durch Luftkanäle im tragfähigen Boden verflüchtigt. Infolgedessen, sei die Betonsuspension, mit der der frisch gegründete Pfahl gefüllt wird, nach oben gedrückt worden, was eine mangelnde Festigkeit zur Folge habe. Durch sieben zusätzliche Pfähle, die deshalb nachträglich ohne Druckluft eingebracht wurden, sei die ursprüngliche prospektierte Tragfähigkeit der Decke nun allerdings gewährleistet. 

Die Kostenmehrung ist laut Krapf den zusätzlichen Materialkosten, der zusätzlichen Arbeitszeit und der Umrüstung der Baustelle zugunsten des alternativen Verfahrens zuzuschreiben. Außerdem, so Krapf, seien an den Blechabdeckungen der nördlichen und südlichen Gebäudeseiten Mängel festgestellt und behoben worden. Für die aus diesem Grund anfallenden zusätzlichen Spenglerarbeiten wurden weitere 3500 Euro genehmigt. 

Tragfähigkeit gesichert 

Für die Tragfähigkeit der neuen Bodenplatte bürge bereits das Siegel des Prüfstatikers, so Bürgermeister Herbert Kirsch. Die Mitarbeiter der Touristinfo, die im kommenden Frühjahr in die neu entstehenden Gewerberäume einziehen möchten, müssten sich hinsichtlich der Tragfähigkeit des Bodens also keine Sorgen machen, betonte das Gemeindeoberhaupt. Inzwischen, so der Architekt auf Anfrage, sind mehr als die Hälfte des Auftragsvolumens zum Umbau und zur Sanierung des Bahnhofs vergeben. 

Voraussichtlich müsse die Gemeinde auf die hierfür kalkulierten Kosten von 880000 Euro knapp 40000 Euro drauflegen. Bei einigen Gewerken sei es aber auch zu Einsparungen gekommen. Inklusive Planungs- und Nebenkosten bleiben Gesamtkosten somit unterm Strich voraussichtlich bei 1,2 Millionen Euro.

Ursula Nagl

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