Nette Toilette oder doch nur Dixie?

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Die Toilettenfrage für den Riederauer Bahnhof bleibt ungeklärt, die Tür zum WC abgesperrt. Die Vorschläge reichen von Dixie über Container bis hin zur „Netten Toilette“

Dießen – Eine Toilettensanierung für 100000 Euro und die Einrichtung eines Behinderten-WC wird es im gemeindeeigenen Bahnhof Riederau, der in den kommenden fünf bis zehn Jahren noch von der Deutschen Bahn AG als Mieter genutzt wird, vorerst nicht geben. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte Architekt Klaus Windisch nochmals zwei kostengünstigere Lösung vor, die maximal 40000 Euro kosten würden. Im Vordergrund standen allerdings Grundsatzfragen.

„Die Tendenz im Gremium geht zu einer kleinen Lösung“, meinte Hanni Baur (SPD). Sie schlug vor, die kostengünstigeren Planungsvarianten, die laut Windisch „einen Pflegegang im Bestand“ vorsehen, im März bei der Bürgerversammlung in Riederau zur Diskussion zu stellen. Marianne Scharr (CSU) dagegen hinterfragte, was denn wohl ein Dixie-Klo kosten würde. Peter Fastl (Freie Wähler) berichtete, er habe mittlerweile in Erfahrung gebracht, dass die Riederauer Gastronomen durchaus bereit seien, ihre Sanitäreinrichtungen als „Nette Toilette“ zur Verfügung zu stellen.

Auch der Strandbadpächter wolle bei Toilettenbesuchern keinen Eintritt verlangen. Michael Behrendt (UBV) schlug vor, über einen leicht zur reinigenden und beheizbaren Toilettencontainer auf Gemeindegrund als Provisorium im Bahnhofsumfeld nachzudenken. Bei einer baulichen Instandsetzung der Toilette im Bahnhofsgebäude müsse zu einem späteren Zeitpunkt unbedingt auch noch eine Behindertentoilette untergebracht werden.

Bea von Liel (Dießener Bürger) mahnte an, die geplante Nachfolgenutzung des Bahnhofs nicht aus dem Auge zu verlieren. Für diesen Zweck sei eine Toilette mit Außenzugang von Vorteil. Eine Fassadenänderung bedeute allerdings einen großen Eingriff in die Architektur des denkmalgeschützten Gebäudes, mahnte Windisch. Dies könne nur im Zusammenhang mit einer Gesamtsanierung diskutiert werden.

Auf eine schnelle kleine Lösung wollen ihrerseits die Riederauer Gemeinderäte Johann und Alban Vetterl (Freie Wähler/CSU) und Johannes Grosser (CSU) keinesfalls verzichten. „Wir brauchen eine öffentliche Toilette unten am Bahnhof. Schließlich sind wir eine Fremdenverkehrsgemeinde,“ betonten sie. Außerdem habe das Strandbad nur fünf Monate geöffnet und der „Kramerhof“ sei zu weit von See entfernt. Derweil beklage sich die Betreiberin des nahen Lebensmittelmarktes darüber, dass Ausflügler bei ihr immer wieder wegen einer Toilette anfragen.

Letztendlich verblieb das Gremium so, dass in den Haushaltsberatungen abschließend über das Projekt diskutiert werden soll.

Ursula Nagl

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