Bald Bagger im SOS-Kinderdorf Dießen – Nach erfolgreichem Jahr muss Kanalisation erneuert werden

Ein halbes Jahrhundert nach dem Einzug der ersten Kinder hat das SOS-Kinderdorf Ammersee ein erfolgreiches Jahr hinter sich: Mit zehn Familien ist es voll belegt, zwei inzwischen volljährige Jugendliche haben den Übergang in eine Lehrstelle geschafft und auch das Projekt „Familienaktivierende Hilfen“ war erfolgreich tätig. Ausruhen können sich die Mitarbeiter jedoch nicht auf ihrem Erfolg, denn heuer stehen noch große Bau- und Sanierungsmaßnahmen an.

Schon im Frühjahr werden im ersten SOS-Kinderdorf Deutschlands die Bagger anrollen. Denn ebenso alt wie das Dorf – mittlerweile 52 Jahre – ist auch die Kanalisation. Und die muss nun Zug um Zug erneuert werden. Etwa ein Jahr lang, so schätzt die Verwaltung, werden Gräben durch das Kinderdorf laufen, die natürlich entsprechend gesichert werden. Zudem müssen die Kosten – geschätzt werden rund 300000 Euro – finanziert werden. Die ebenfalls mehr als 50 Jahre alten Familienhäusern werden fortwährend saniert und in Schuss gehalten. Falls die entsprechenden Genehmigungen erteilt werden, steht noch eine weitere Baumaßnahme ins Haus: Das Gemeindehaus mit seinem Saal platzt mittlerweile aus allen Nähten, da das SOS-Kinderdorf in den letzten Jahren von sechs auf nunmehr zehn Familien samt der entsprechenden Mitarbeiter angewachsen ist. Allein im vergangenen Jahr wurden zwölf Kinder neu aufgenommen, momentan sind nur noch zwei Plätze frei. Da die Kinder-tagesstätte außerdem einen größeren Bewegungsraum gebrauchen könnte, würde man gerne ein neues Mehrzweckhaus errichten. Bereits erworben hat das SOS-Kinderdorf ein neues Haus für das Projekt „Familienaktivierende Hilfen“. Fachkräfte begleiten hier Familien, um eine Fremdunterbringung durch Stärkung der elterlichen Kompetenzen möglichst zu verhindern. Im vergangenen Jahr konnten dabei die Eltern zweier Kinder beim Coaching so unterstützt werden, dass die Kinder wieder zu ihnen zurückkehren konnten. Da das Haus für das Projekt viel zu klein wurde, erwarb der SOS-Kinderdorf e.V. ein größeres Haus in Hagenheim, das mit abgeschlossenen Eltern- und Mitarbeiterwohnungen das Arbeiten deutlich erleichtert. Für die Renovierung und Einrichtung dieses Gebäudes werden nun Spenden gesammelt; im April soll der Umzug erfolgen. Größere Veranstaltungen sind wegen der Kanalarbeiten in diesem Jahr nicht geplant. Allerdings wird im Verbund des SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech gefeiert: Im Oktober begeht die SOS-Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern in Landsberg ihr 30-jähriges Bestehen.

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