Vom Ammersee ins Radio

"A Story for Reflection" - Durchstarter aus Dießen

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Jakob Muehleisen, Anton Engelmann, Maxi Aldinger und Veit Kobler (von links) sind „A Story for Reflection“. Im Februar erschien ihr neues Musikalbum „Caprino“.

Dießen – Manches kommt, wie es kommen muss. Das weiß auch Maxi Aldinger von der Band „A Story for Reflection“. Denn durch seinen YouTube-Kanal mit 30 Abonnenten kam es überhaupt erst zur Bandgründung. Jetzt wollten die Jungmusiker vom Ammersee zum ersten Mal auf Tour gehen. Doch das Coronavirus macht ihnen einen Strich durch die Rechnung.

Jakob Muehlheisen, Maxi Aldinger, Anton Engelmann und Veit Kobler sind die Mitglieder der Band „A Story for Reflection“. Gegründet wurde die von Jakob und Maxi 2015. „Ich bin mit meiner Familie damals von Niederbayern an den Ammersee gezogen“, erklärt der 18-jährige Wiesbadener Maxi. Ein Freund von Maxi habe Jakob erzählt, dass Maxi einen YouTube-Kanal mit 30 Abonnenten habe. „Jakob kannte meinen Kanal sogar und war einer der 30 Abonnenten“, erzählt Maxi. Durch die Interviews auf dem Kanal seien sie ins Gespräch gekommen. „Natürlich dauerte es nicht lang, bis wir auf das Thema Musik kamen“, lacht er. In der Folge kam es zu ein paar gemeinsamen Jamsessions. Da die beiden sich auch auf musikalischer Ebene gut verstanden habe, sei es schließlich zur Gründung der Band „J.A.X.“ gekommen.

„2016 haben wir uns dann umbenannt, weil uns der Name nicht mehr gefiel“, erklärt Maxi. Der Name „A Story for Reflection“ setze sich aus den Wörtern zusammen, die Jakob und Maxi in den Kopf kamen, wenn sie an die Band gedacht hätten.

Im Sommer 2018 kam dann der Schondorfer Anton Engelmann dazu. „Wir haben auf Instagram nach einem Fotografen für ein Konzert gesucht“, sagt Maxi. Empfohlen worden sei ihnen Anton. Er habe dann auch die Fotos auf dem Konzert geschossen, aber Maxi die Fotos im Anschluss nicht gegeben. Als die beiden sich trafen, kam Anton gerade vom Schlagzeugunterricht. „Natürlich war das dann Gesprächsthema, ich dachte nicht dran, dass er selbst ein Instrument spielt.“ Laut Maxi hätte sich das gut getroffen, denn die Band hatte keinen Schlagzeuger und es stand für Jakob und ihn ein größeres Konzert im Münchener Feierwerk bevor, bei dem sie als Support auftreten konnten - sozusagen die Generalprobe für das „Boom“-Festival in Bad Homburg. „Er fragte dann, ob wir vielleicht noch einen Bassisten gebrauchen könnten und so kam Veit (Kobler) zu uns.“ Mit beiden hätte man sich so gut verstanden, dass beim allerersten gemeinsamen Konzert im Feierwerk viele Zuschauer gefragt hätten, wie lange die Jungs schon zusammen spielen würden. „Die waren alle sehr überrascht, als sie erfuhren, dass das unser erstes Mal war“, sagt Maxi. „Die Band besteht zwar aus vier Personen, aber eigentlich sind wir fünf“, denn der 23-jährige Uttinger Loris Gleixner hilft ihnen bei der Erstellung ihrer Musikvideos.

Auch das Musik-Festival in Bad Homburg verlief ebenfalls prima für die Jungs. „Wir hatten Glück, dass Anton ursprünglich aus Bad Homburg kommt und somit kamen viele seiner Freunde zu unserem Konzert“, erklärt Maxi.

Doch ob die Band auch nach dem Schulabschluss ihrer einzelnen Mitglieder Zukunft haben wird, war nicht klar. So machte Jakob seine Leidenschaft zum Beruf und verdient sein Geld als Solokünstler. Maxi zog mit seinen Eltern nach Mallorca und möchte in Zukunft in Deutschland Regie studieren. Anton arbeitet im Residenztheater in München und Veit sollte ursprünglich für ein freiwilliges soziales Jahr nach Virginia in die USA ziehen. Doch das sagte er für die Band ab und entschied sich für ein musikalisches Studium in Deutschland. Trotz der zeitlichen und räumlichen Umstände beschlossen die vier Musiker, zusammenzubleiben.

Ein paar Monate später forderte ein Radiosender die MP3-Versionen ihrer bisherigen Songs an. „Es war sehr überraschend, als der Sender uns mitteilte, dass wir vielleicht im Radio laufen könnten“, erinnert Maxi. Zwei Tage später war es dann soweit. „Mr. Fantasy“ wurde im Radio gespielt. „Es ist schon ein bisschen komisch sich selbst im Radio zu hören“, lacht Maxi.

Zum aktuellen Album „Caprino“, das am 21. Februar erschien, folgte auch die Einladung in eine Radioshow. „Das ist dann noch mal was anderes, wenn man Teil einer Liveshow ist", betont Maxi. Es sei allerdings schwierig zu erklären, was für eine Musikrichtung sie genau machen. „Wir bezeichnen uns ja als Indie-Pop-Rock-Band, weil wir uns nicht festlegen wollen und alles in unsere Songs einfließt.“

Die erste Tour sollte ursprünglich ab April stattfinden, doch aufgrund der aktuellen Lage wird daraus nichts. „Wir planen jetzt eine neue Tour, bleiben aber mit den Locations in Kontakt“, erklärt Maxi. „Wir sind sehr traurig über die Absagen, aber unser aller Gesundheit ist viel wichtiger als ein Konzert.“
Matthias Gschwind

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