Bann gebrochen

Im Duell mit dem TSV Kottern hatten Alexander Buschel und seine Teamkollegen vom TSV Landsberg am Ende die Nase vorn. Foto: Krivec

Zwei Dinge ließen sich eindeutig feststellen, nachdem Mario Leszczynski den Ball zum 2:1-Siegtreffer gegen Kottern aus vier Metern unter die Latte gewuchtet hatte: Es fiel viel Ballast von der Mannschaft des TSV Landsberg ab und im Team ist die Grundstimmung weiterhin intakt. Damit bleibt der TSV in der Spitzengruppe der Landesliga auf Platz fünf.

Laut jubelnd fielen alle TSV-Spieler nach 65 Minuten übereinander, als Leszczynski den späteren Endstand erzielte, und Grund dafür hatten sie auf jeden Fall: Der Treffer war blitzsauber herausgespielt, in der zweiten Hälfte dominierte man den Gegner bis dahin nach Belieben. Zu Beginn der Partie hatte es noch nicht so gut ausgesehen. Mit 0:14 Toren waren die Gastgeber aus den letzten drei Spielen gegangen, Spielertrainer Sven Kresin hatte deshalb zu neuen Maßnahmen im Training gegriffen: Die Viererkette in der Abwehr agierte bei den jüngsten Übungseinheiten mit Gummibändern zusammengebunden um die Hüften und wurde damit zwangsweise tatsächlich zu einer Kette. „Das Verschieben hatte in den letzten Spielen ja nicht so gut geklappt, so ging das schon deutlich besser. Im Spiel hat das dann meistens auch gut funktioniert“, so Kresin. In den ersten 30 Minuten gegen Kottern machte sich allerdings zunächst noch deutlich die Verunsicherung aus den letzten Wochen bemerkbar. In einem auffallend schnellen und intensiven Spiel waren die Gäste zunächst wacher und so kam auch Florian Mayr nach einem Freistoß in der 13. Minute frei zum Kopfball und ließ Tobias Heiland im Landsberger Tor mit seinem Treffer per Hinterkopf keine Chance: 0:1. Landsberg war bis dahin nicht im Spiel und so fiel der Ausgleich gleich aus mehreren Gründen überraschend. Der ausgewiesene Linksfuß Salemovic spielte sich bis an die rechte Strafraumkante durch, hatte die Wahl zwischen linkem Außenrist und rechtem Innenrist, wählte letzteren und hob den Ball perfekt über Kotterns Torwart Gruber über den linken Innenpfosten zum Ausgleich ins Tor. Überraschungsgast Danach schwang das Pendel deutlich zugunsten des TSV aus. Das hatte auch damit zu tun, dass zur zweiten Hälfte neue Kräfte kamen, die viel Schwung ins Spiel brachten. Die Einwechslung von Mario Michelini kann dabei noch als erwartet gelten, dass allerdings Stefan Strohhofer nach 45 Minuten auflief, war eine faustdicke Überraschung. Landsbergs Top-Stürmer mit der Nummer 9 hatte sich gerade erst zu einem Auslandssemester nach Schweden verabschiedet, kam allerdings zum Wiesn-Auftakt nach Bayern zurück und sorgte praktisch im Vorbeiweg auf der linken Angriffsseite für Furcht und Schrecken bei den Gästen aus Kottern. Nach 65 Minuten schickte er Sebastian Bonfert an die Torauslinie, dessen Rückpass verwertete Leszczynski zum 2:1. Vier Minuten später traf Strohhofer nach identischem Spielzug selbst, wurde allerdings vom Schiedsrichterteam wegen angeblichen Abseits zurückgepfiffen. Sven Kresin war trotzdem zufrieden: „Ob das wirklich Abseits war, lassen wir mal dahingestellt. Aber vielleicht müssen wir nach einer kostengünstigen Möglichkeit suchen, dass Strohi öfter mal vorbeikommt. Das muss ja nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir den Gegner mit ihm überraschen.“ Aber auch unter Mithilfe Strohhofers gerieten die Gastgeber noch in unerwartete Schwierigkeiten. Als Kottern in den Schlussminuten alles nach vorne warf, entging der TSV nur mit Glück einem weiteren Punktverlust. Ein von Heiland kurz abgewehrter Ball fiel in der 93. Minute vor die Füße von gleich drei freistehenden Gästespielern – die wussten allerdings mit ihrem Glück nichts anzufangen. Kottern köpfte den Ball aus drei Metern am leeren Tor vorbei und bescherte dem TSV so den lang erwarteten Sieg. Am kommenden Samstag dürfte es im Hacker-Sportpark erneut heiß hergehen: Dann gastiert dort Pipinsried (15 Uhr). Die Schwaben liegen derzeit nur zwei Zähler hinter dem TSV auf Platz sechs. Kresin hat eine klare Marschroute ausgegeben: „Wir müssen hinten noch viel stabiler und fester werden. Daran werden wir diese Woche weiter arbeiten.“

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