Wie kommt die Barrierefreie Toilette im Landkreis Landsberg öfter zum Einsatz?

Stille um das mobile Örtchen

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Schon seit 2013 gibt es die Mobile Behindertentoilette in Landsberg. Manfred Eder vom Behindertenbeirat im Landkreis war damals erster Tester.

Landkreis – Vor gut vier Jahren hat das Landratsamt Landsberg eine Mobile Behindertentoilette angeschafft. Weil Veranstalter darauf aber nur selten zurückgreifen, überlegt der Inklusionsbeirat eine verpflichtende Benutzung der Toilette für bestimmte Events. Auch ein finanzieller Zuschuss wäre dann denkbar, denn derzeit scheint das Ausleihgeschäft für Veranstalter nicht attraktiv genug.

Das belegen auch die Zahlen: Gerade mal für fünf bis zehn Veranstaltungen pro Jahr müsse das mobile und barrierefreie Klo-Häuschen herhalten. „Heuer waren es bis jetzt vier oder fünf Verleihtage“, sagt Stefan Müller von Regens Wagner. Er ist seit zwei Jahren Ansprechpartner für alle, die ihre Veranstaltung mit der Toilette bereichern wollen.

Das Feedback sei sehr positiv, und das nicht nur von Rollstuhlfahrern. Auch Senioren mit Inkontinenz oder Mütter mit Kleinkindern seien dankbar, wenn sie die besondere Toilette vorfänden. Denn zur üblichen Einrichtung einer barrierefreien Toilette sei die hiesige noch mit einer Pflegeliege und einem Wickeltisch ausgestattet. Und auch die Technik hebt Müller ins Rampenlicht: Sollte auf dem Stillen Örtchen etwas schiefgehen, kann der Benutzer an einer Notfallkette ziehen. Dann ertönt ein Signal, das die Leute vor der Toilettentür aufmerksam macht und Hilfe ermöglicht.

Genutzt wird die Mobile Toilette vorrangig für kleinere Veranstaltungen. „Für Bierzelte eigentlich gar nicht“, sagt Müller. Dauernutzer sei beispielsweise die Landsberger Ausbildungsmesse, ansonsten war der Wagen zuletzt beim Sammersee Festival oder Feuerwehrfesten im Einsatz.

Besonders aus dem Landkreis Starnberg sei das Interesse an Landsbergs mobiler Toilette groß. Das dortige Landratsamt habe geprüft, inwieweit ein Ausleihgeschäft für die Gemeinden rentabel ist. Seither tourt die vier Jahre alte Toilette vermehrt durch Starnberger Gefilde, beispielsweise beim Kraillinger Kulturfestival.

Kein Schnäppchen

Einen Zuschuss für Veranstalter, die auf das Leihangebot der Toilette zurückgreifen, überlegt nun auch das Landsberger Landratsamt. Bislang tragen die Veranstalter die Kosten hundertprozentig selbst: Vereine zahlen pro Tag 155 Euro plus 30 Euro für jeden zusätzlichen. Dazu kommt eine Kilometerpauschale von 1,70 Euro für Lieferung sowie An- und Abbau. Festzeltbetreiber müssen noch etwas tiefer in die Tasche greifen, sie zahlen für den ersten Eventtag 245 Euro und 100 Euro für jeden weiteren.

Finanziell attraktiv für Regens Wagner, das neben der Organisation auch finanziell die Zügel in der Hand hält, sei das aber nicht. „Mit einem Auftrag bin ich ungefähr fünf Stunden beschäftigt“, rechnet Müller vor. Nachdem er außerdem immer einen Mitarbeiter zum Aufbau mitnehme, sei das Geschäft der mobilen Toilette „nicht kostendeckend. Das ist einfach ein Dienst für den Menschen“, sagt er.

Sein Vorschlag: Vielleicht könnten Event-Sponsoren den Veranstaltern unter die Arme greifen, um den Einsatz der Toilette öfter zu ermöglichen. So kam 2013 auch die Anschaffung zustande: Sparkasse und Landratsamt hatten die 35.000 Euro für den Wagen je zu gleichen Teilen gestemmt. Wie die Anschaffung künftig besser genutzt werden kann, soll bei einer der nächsten Bürgermeisterdienstbesprechungen zur Sprache kommen.

Marco Tobisch

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