Oft hängt es an Kleinigkeiten

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Die Gruppe um Achim Juhl (rechts) untersuchte den Hauptplatz auf seine Barrierefreiheit. Besonders im Fokus stand dabei auch die Bushaltestelle.

Landsberg – Lange Zeit ist die 2009 ins Leben gerufene Datenbank www.ammersee-lech-barrierefrei.de sehr „stiefmütterlich“ behandelt worden, meint Ira Wild vom Tourismusverband Ammersee-Lech. Um dies zu ändern, ist in der vergangenen Woche eine kleine Gruppe um Achim Juhl, Mitarbeiter der Herzogsägmühle in Peiting, in die Lechstadt gekommen, um den Hauptplatz auf seine Zugänglichkeit für Menschen mit Handicap zu untersuchen. Das Ergebnis: In Landsberg ist bereits vieles für die Barrierefreiheit getan worden, nur oft fehlt die Kennzeichnung.

Der Teufel steckt im Detail – das wird deutlich, als die Mitarbeiter von RITA (Regionale Information und Teilhabe für Alle) die Ergebnisse ihrer Erhebung präsentieren. „Oft sind es nur Kleinigkeiten“, meint dazu Peter Raabe, ehrenamtlicher Erheber bei RITA. Ein Kernthema war die Bushaltestelle am Hauptplatz: „Das ist schon super“, meint Juhl, „aber die Kante ist nicht gekennzeichnet.“ So hätten es Menschen mit Sehbehinderung schwer, sich zurecht zu finden. Außerdem liegt die Haltestelle in einer leichten Kurve, ergänzt Juhls Kollegin Daniela Vicario. Wenn der Bus also vorne genau an der Haltestelle hält, entsteht im hinteren Bereich eine etwa zehn Zentimeter breite Lücke zum Bus – für einen Rollstuhlfahrer ein schier unüberwindbares Hindernis.

Auch einen Fußgängerüberweg in Form eines Zebrastreifens hält Juhl für angebracht. Für die Behindertenbeauftragte des Landkreises Barbara Juchem ist eine anständige Erfassung wichtig: „Menschen mit Handicap müssen sich vorher informieren und darauf einstellen können.“ Die Parkplätze am den Hauptplatz sowie die öffentliche Toilette waren ebenso Gegenstand der Erhebung. Ziel ist es, Bilder und sogar Karte auf der Webseite zu veröffentlichen: „Damit man sich alles besser vorstellen kann“, so Juhl. Auf Anregung von Oberbürgermeister Mathias Neuner, der kürzlich das Team von RITA in der Herzogsägmühle besuchte, werden im Januar auch das Rathaus und die Stadtverwaltung auf ihre Zugänglichkeit für Menschen mit Handicap hin untersucht.

Astrid Erhard

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