In der Durchfahrt wird es eng

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Der Weg auf der Neuen Bergstraße Richtung Hauptplatz endet an einer Treppe: Für Rollstuhlfahrer oder mit dem Kinderwagen unpassierbar. Der Bauausschuss hat nun beschlossen, die Fußgänger über die Durchfahrt zu leiten. Das soll demnächst getestet werden.

Landsberg – Problem bekannt, Lösung gesucht: Für Fußgänger mit Kinderwagen, Radler und Rollstuhlfahrer endet der Fußweg auf der Neuen Bergstraße stadteinwärts bekanntlich spätestens vor der Treppe, die durch den abgesetzten Durchgang zum Hauptplatz führt. Der Bauausschuss beschloss jetzt, einen mutigen Schritt zu testen: Ist es möglich, Fußgänger über die Durchfahrt für den motorisierten Verkehr zu leiten?

Das abrupte Ende des Gehweges ist nicht nur Christoph Jell (UBV), der den Antrag gestellt hatte, nach Verbesserungen zu suchen, ein Dorn im Auge. Auch Jonas Pioch (LLM) stellte fest: „Die Priorität ist hier für mich genauso hoch wie beim Thema Radfahrer auf der Neuen Bergstraße. Es handelt sich um den einzigen Weg auf Asphalt aus dem Landsberger Osten zum Hauptplatz.“ Die Treppe direkt neben dem Eingang zum Stollen in die Tiefgarage war bei dessen Bau 1992 entstanden.

Der kleine Sockel, der daneben durch die große Durchfahrt führt, mag zwar wie ein schmaler Fußweg aussehen, ist aber lediglich ein „Schrammbord“, wie Tiefbauamtschef Hans Huttenloher jetzt im Ausschuss klarstellte. „Das dient nur dazu, dass die Busse mit den Spiegeln die Wand nicht streifen. Für Fußgänger wäre die Benutzung viel zu gefährlich.“ Das Bord ist zwischen 60 und 90 Zentimeter breit, im Bereich der Treppe bleibt nur noch eine Handbreit übrig. Für einen Gehweg seien aber mindestens 1,20 Meter nötig. Huttenloher, der den Auftrag erhalten hatte, nach Möglichkeiten für einen barrierefreien Weg zu suchen, musste vermelden: „Ich sehe beim besten Willen keine Lösung.“

Er schlug stattdessen vor, den Fußweg ins Klösterl nahe der Kurve der Neuen Bergstraße für Radler und Passanten mit Kinderwagen „etwas komfortabler“ zu gestalten. Barrierefrei würde dieser aber sicher nicht: „dazu ist der Höhenunterschied an der Stelle einfach zu groß.“ Weder dieser Vorschlag, noch die Idee, den Aufzug in der Tiefgarage vom Hofgraben zum Hauptplatz besser auszuschildern, hält Pioch für ausreichend. Nach seiner Anregung soll die Verwaltung stattdessen jetzt prüfen, ob auf Höhe der Abzweigung zur Schlossergasse eine Fußgängerampel, die möglicherweise an die Ampel bei der Tiefgarage gekoppelt wäre, installiert werden kann, „die entsprechende Absenkung der Randsteine wäre dort schon vorhanden“.

Reinhard Skobrinsky (BAL) plädierte vehement für einen Gehweg durch die Durchfahrt. „Man könnte durchaus die Treppe schließen und den Weg um 30 Zentimeter verbreitern. Dann würde in der Durchfahrt auch automatisch langsamer gefahren.“ OB Mathias Neuner zeigte sich nicht abgeneigt, „ausprobieren könnten wir das ja mal.“ Der Tiefbauamtsleiter zeigte sich skeptisch: „Sobald wir den Weg durch die Durchfahrt verbreitern, funktioniert die Begegnung Bus/Bus nicht mehr, dann haben wir automatisch eine Einbahnstraßen-Regelung“.

Das wäre für Traudl Lüßmann (Grüne) nicht unbedingt ein Problem. „Die Busse fahren ja nicht die ganze Zeit. Und notfalls müsste eben einmal einer warten.“ In einem ersten Schritt sollen jetzt Baken in der Durchfahrt aufgestellt werden, um einen Gehweg mit 120 Zentimetern Breite zunächst zu simulieren und zu beobachten, wie sich die motorisierten Verkehrsteilnehmer darauf einstellen.

frk

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