Naturkost und Garni

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Der Bau-, Planungs- und Umweltausschusses des Stadtrats hat dem Neubauprojekt nun mit großer Mehrheit zugestimmt.

Landsberg – Mit großer Mehrheit hat der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss des Stadtrats einem Neubauprojekt an der Ecke Schongauer Straße/Katharinenstraße zugestimmt. Dort sollen ein Hotel garni, ein Naturkost-SB- Markt und 54 Wohnungen entstehen. Bemerkenswert ist: Der Investor wendet „SoBoN“ freiwillig an.

Zwar müsste die Immo-Finanz Landsberg, ein Tochterunternehmen der Immo-Holding aus Kaufbeuren, die Regelung der „Sozialgerechten Bodennutzung“ nicht einhalten, weil kein neuer Bebauungsplan benötigt wird; der Projektentwickler hat sich aber dennoch dazu bereit erklärt. Daher werden zehn Prozent der Wohnungen als sozialer Wohnungsbau errichtet. Das Vorhaben, das sich im Stadium der Voranfrage befindet, soll aus drei Gebäuden mit zwei Einfahrten bestehen. An der Schongauer Straße ist die Errichtung eines viergeschossigen Baukörpers geplant. 

Im Erdgeschoss soll ein maximal 800 Quadratmeter großer Selbstbedienungs-Naturkostmarkt mit Café entstehen. In den drei Obergeschossen ist ein Hotel Garni mit 80 bis 100 Zimmern vorgesehen. Die Wohnungen im rückwärtigen Teil an der Katharinenstraße sollen zwei bis vier Zimmer haben. Zusätzlich sind zwei Tiefgaragen und 16 oberirdische Stellplätze projektiert. Grundsätzlich waren die Mitglieder des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses über das Vorhaben erfreut. 

Zum einen, weil die alten, früher von der Bundeswehr genutzten Gebäude nicht mehr dem heutigen städtebaulichen Konzept entsprächen, zum anderen weil Landsberg durchaus ein weiteres Hotel gebrauchen könne. Bedenken gab es allerdings in Sachen Naturkostmarkt. „Wenn sie überall Supermärkte genehmigen, werden die irgendwann leer stehen", gab Medardus Wallner (UBV) zu Bedenken. Städtebaureferent Berthold Lesch (CSU) hielt aber dagegen: „Nach dem Bebauungsplan ist dort ein solcher Markt zulässig. Das müssen wir hinnehmen.“ 

Zweiter Einwand: Entsteht durch die viergeschossige Bauweise an der Schongauer Straße nicht eine „Häuserschlucht“? Referatsleiter Alfred Ganzenmüller konnte die Bedenken aber zerstreuen: „Der Entwurf passt zu unserem städtebaulichen Konzept. Das vierte Geschoss wird ein Staffelgeschoss, bei dem die Bebauung zurückspringt. Außerdem hat der Gestaltungsbeirat zugestimmt“. Drittes Thema im Ausschuss: Das geplante Flachdach über dem Staffelgeschoss. Für die Grünen war wichtig, dass es begrünt wird. Wolfgang Neumeier (UBV) regte grundsätzlich an, mal wieder Satteldächer vorzusehen – dann entstehe auch die Möglichkeit, Photovoltaik-Anlagen zu errichten. 

Grundsätzlich mahnte Neumeier ein vor langem beschlossenes aber immer noch ausstehendes Zentrenkonzept an. Seinem Vorschlag, die Beschlussfassung über das Bauvorhaben so lange zurück- zustellen, bis es fertig ist, mochte sich aber weder der Oberbürgermeister noch die Ausschussmehrheit anschließen: Das gemeindliche Einvernehmen erteilte der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss mit neun zu drei Stimmen. Abweichungen vom Bebauungsplan winkte das Gremium mit zehn zu zwei Stimmen durch.

Werner Lauff

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