"Nette Zeichnungen" sind nicht genug

Bauausschuss vertagt Entscheidung über Lechgarten-Anbau

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Der Anbau an das Gebäude auf der Ufermauer soll so unauffällig wie möglich ausfallen, um den Blick auf die Altstadt-Silhouette nicht zu beeinträchtigen.

Landsberg – Der Blick von der Karolinenbrücke auf die Silhouette historischer Gebäude am östlichen Lechufer gehört zu den prägenden Ansichten der Altstadt. Im Bauausschuss des Stadtrats werden deshalb Baumaßnahmen in diesem Bereich besonders kritisch unter die Lupe genommen. Ein Antrag auf einen Anbau an den Lechgarten wurde in der jüngsten Sitzung zurückgestellt – zunächst sollen noch weitere Details vorgelegt werden.

Die Planung sieht vor, am Gebäude südlich des Lechgartens einen Anbau samt gläsernem Zwischenbau zu errichten. Der Anbau hätte dieselbe Grundfläche wie das auf der Ufermauer gelegene Bestandsgebäude, wäre aber lediglich eingeschossig. Zum Biergarten hin soll die Fassade geschlossen sein, zum Lech sind zwei schmale Fenster vorgesehen. Mit einer vertikalen Holzverschalung soll der Anbau so unauffällig wie möglich gestaltet werden. Die dahinter liegende Altstadt-Silhouette würde er aufgrund seiner geringen Höhe nicht verdecken, hieß es im Sachvortrag.

... und hier der geplante Anbau als Skizze.

Darum und aufgrund seiner zurückhaltenden Gestaltung haben weder die Verwaltung noch das Landesamt für Denkmalpflege Einwände gegen das Vorhaben. Auch im Bauausschuss fand die Planung deutlich mehr Anklang als ein erster Anlauf im Jahr 2016, der seinerzeit abgelehnt wurde.

„Bauherr und Architekt haben umgeplant“, lobte jetzt dritter Bürgermeister Axel Flörke (Landsberger Mitte). Er könne dem zustimmen. Moritz Hartmann (Bündnis 90/Die Grünen) und Ludwig Kaiser (SPD) sahen es ähnlich. Reinhard Skobrinsky (BAL) dagegen kritisierte, das geplante Gebäude sehe aus „wie ein moderner Hühnerstall“ und sei mit seinen modernen Fenstern an dieser sensiblen Stelle „ein Sakrileg“. Wolfgang Weisensee (Landsberger Mitte) hielt eine Abstimmung für verfrüht, solange Informationen über die Fassadengestaltung und andere Gestaltungsmerkmale nicht vorlägen. „Bis jetzt haben wir nur ein paar nette Zeichnungen.“

Der Ausschuss vertagte den Antrag, bis weitere Planungsdetails bekannt sind.

Ulrike Osman

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