Zu massive Bebauung am Lechhang

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So könnte der Blick über die Bosse zur geplanten Bebauung an der Spöttinger Straße eines Tages aussehen – allerdings dürfen die drei Baukörper dann nicht so wuchtig ausfallen.

Landsberg – Zwei größere Bauvorhaben in unmittelbarer Nachbarschaft am Hindenburgring standen im Bau- ausschuss jetzt zur Debatte – beide fanden vorerst keine Zustimmung. Zu groß und zu wuchtig waren dem Gremium die Planungen neben der Kirche „Zu den Hl. Engeln“ und wenige Meter weiter an der Lechterrasse.

„Würdigen“ und bezahlbaren Wohnraum, unter anderem für ehrenamtliche Mitarbeiter, will die Kirche östlich des großen Parkplatzes schaffen; insgesamt sollten es 12 bis 18 Wohnungen werden. In ihrer Bauvoranfrage versäumte es die Stadtpfarrkirche nicht, unter anderem darauf hinzuweisen, dass man in der Schongauer Straße der Stadt Baugrund „zu einem sehr günstigen Preis“ abgegeben habe. Bis auf CSU-Rat Bernhard Ott konnte sich der Aus- schuss dennoch nicht mit dem Vorhaben am Hindenburgring anfreunden.

„Ich bin ein klarer Verfechter, die Lechterrassen im Stadtgebiet von jeglicher Bebauung freizuhalten“, stellte Hans-Jürgen Schulmeister (LLM) klar und holte sich von Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) auf Nachfrage die Bestätigung: „Im Flächennutzungsplan ist das Grundstück im Moment tatsächlich als Grünfläche ausgewiesen.“ Zudem müsste auch der Bebauungsplan an dieser Stelle geändert werden. Grundsätzlich könne man die zwei Mehrfamilienhäuser an dieser Stelle durchaus vertreten, meinten sowohl die Ausschussmitglieder aus CSU und SPD, aber, so Berthold Lesch, „mit dieser Bebauung, wie sie hier vorgeschlagen ist, kann ich mich überhaupt nicht anfreunden“.

Diverse Vorschläge aus dem Gestaltungsbeirat, etwa eine Platzierung der Baukörper längs der Hangkante, hatte der Planer abgelehnt. So hatte auch Medardus Wallner (UBV) seine Probleme mit dem Entwurf. „Die Planung muss reduziert werden, man muss an dieser Stelle sensibler vorgehen und nicht solche Riesenbauten hinstellen.“ Selbiges gelte auch für das zweite Vorhaben eines Privatmannes direkt neben dem Kirchengrundstück.

Baurecht vorhanden

Auch dort verweigerte der Ausschuss dann seine Zustimmung, obwohl die Ausgangslage grundsätzlich anders war. Auf dem über 5000 Quadratmeter großen Grundstück an der Spöttinger Straße steht bereits ein Gebäude, es besteht prinzipiell Baurecht und der Gestaltungsbeirat hatte sich „uneingeschränkt“ für die Pläne ausgesprochen, dort drei große Häuser mit je drei Vollgeschossen zu errichten – plus ein Geschoss, das teilweise in den Hang hineingebaut wird. Die Kritik seiner Kollegen wollte Lesch deshalb auch nicht gelten lassen. „Wenn wir uns jetzt nicht mehr an die Empfehlungen halten, brauchen wir wirklich keinen Beirat mehr.“

„Das ist so nicht zu genehmigen“, blieb dagegen unter anderem Wolfgang Neumeier angesichts des präsentierten Modells für insgesamt 40 bis 45 Wohnungen hart. „Das ist ohne Zweifel eine herausragende Architektur, aber für diese Stelle viel zu prägend und zu massiv.“

Die Gebäude würden trotz der starken Neigung der Lechterrasse „drei bis vier Meter über die Hangkante hinausragen“, betonte Ludwig Kaiser (SPD), für ihn zu viel. Hans-Jürgen Schulmeister wollte sich „maximal mit zwei Gebäuden mit je zwei Vollgeschossen“ anfreunden und Jonas Pioch (LLM) warf die Frage auf, ob das Bauvorhaben möglicherweise zukünftige Veranstaltungen auf der Bosse-Wiese ein- schränken könnte.

„Da werden wir ein Schallschutzgutachten brauchen“, so OB Neuner, der die Stimmungslage im Ausschuss zusammenfasste: „Wenn ich das richtig raushöre, ist Ihnen das Gebäude ein bisschen zu hoch und Sie haben Probleme mit dem Lärmschutz.“ Direkt danach richtete das Stadtoberhaupt das Wort an den im Publikum sitzenden Planer: „Kommen‘s halt zu uns rein, dann reden wir nochmal.“ Der Ausschuss beschloss daraufhin einstimmig, den Punkt zu vertagen und auf einen neuen Entwurf zu warten.

Christoph Kruse

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