Nein zur Spielothek

Daddeln in Dießen verboten!

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Aus dem ehemaligen Küchenstudio an der Dießener Fritz-Winter-Straße wir keine Spielothek. Der Bauausschuss der Marktgemeinde hat eine Nutzungsänderung abgelehnt.

Dießen – In der Marktgemeinde wird es auch künftig keine Spielhalle geben. Einstimmig lehnte der Bau- und Umweltausschuss das Vorhaben der Firma Playtime GmbH ab, im Gewerbegebiet an der Fritz-Winter-Straße eine Spie­lo­thek zu eröffnen. Beantragt wurde eine Umnutzung des ehemaligen Küchenstudios Beausencourt zu einem Casino mit zwölf Spielgeräten auf 183 Quadratmeter Fläche inklusive Gastraum und Sanitärräumen für Damen und Herren. 15 Parkplätze stünden für Besucher bereit.

Obwohl der Zutritt in Spielo­theken erst ab 18 Jahren erlaubt ist, äußerte SPD-Gemeinderätin Hannelore Baur Bedenken hinsichtlich der Nähe der Carl-Orff-Volksschule und der Mädchenrealschule der Domi­nikanerinnen. Die geplanten Öffnungszeiten der Spielothek werktags bereits ab 9 Uhr würden vielleicht doch den einen oder anderen Jugendlichen ver­leiten, sich „älter zu schummeln“ und den Einlass zu versuchen. Obwohl die Betreiber in ihrem Antrag betonen, der Zutritt über den Haupteingang und die An- und Abmeldung an der Bedientheke dienten zum Schutz der Jugend und zur Kontrolle der Zutrittsberechtigung aller Art.

Bürgermeister Herbert Kirsch sah auch die Öffnung der Spielothek bis 3 Uhr als problematisch an. Der An- und Abfahrtsverkehr sei nicht zumutbar, zumal sich in den umliegenden Gewerbebauten auch Wohnungen, etwa von Betriebsleitern, befänden. Diese „einzige Lärmquelle der Parkplatzbewegungen“ räumten selbst die Antragsteller ein, und betonten dafür, dass von dem Objekt keine Licht­emissionen, wie blinkende oder leuchtende Werbeschilder, ausgehen werden.

Mit ihrer Ablehnung verzichtet die Marktgemeinde bewusst auf Gewerbesteuereinnahmen. Bundesweit gilt der Glücksspielmarkt als ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Allein in Bayern werden auf derzeit 1.110 Spielhallenstandorten 21.770 Geldspielgeräte mit Millionen-Umsätzen betrieben. Die Unternehmer reden ihr Gewerbe als „Freizeitvergnügen mit großem Unterhaltungswert“ schön. Studien belegen aber, dass immer mehr Besucher spielsüchtig und damit krank werden, darunter viele junge Menschen mit geringem Einkommen und auch immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund.

Eine Untersuchung des Münchener IFT-Instituts für Therapieforschung hat ergeben, dass es in Bayern rund 34.000 Personen mit pathologischem Glücksspielverhalten gibt sowie geschätzte 33.000 Personen mit problematischem Spielverhalten.

Dieter Roettig

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