Ein Haus, viele Möglichkeiten

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Für die ehemalige „Forstdienstwohnung“ sind einige Lösungen denkbar: Unterkunft für Asylbewerber, Dokumentationszentrum oder gar Abriss. Nun soll der Bauausschuss sich ein Bild von dem Gebäude machen.

Landsberg – Abriss, Umwandlung in ein Dokumentationszentrum oder gar in eine Unterkunft für Asylbewerber – die Zukunft der ehemaligen „Forstdienstwohnung“ im Landsberger Frauenwald ist Thema im Stadtrat. Jetzt soll sich erst einmal der Bauauschuss die Immobilie genauer anschauen.

Nicht die höchste Meinung von dem Gebäude aus der NS-Zeit hat offensichtlich Oberbürgermeister Mathias Neuner. „Es ist ein Abbruchobjekt, eigentlich wär's schon lange weg. Es ist mehr oder weniger Zufall, dass das Haus noch steht“, meinte er zum Antrag von Reinhard Skobrinsky (BAL).

„Da wurde mir von Herrn Huber im Bauamt etwas Anderes gesagt“, entgegnete Stadtheimatpfleger Dr. Werner Fees-Buchecker. Er plädierte nicht nur dafür, das Gebäude „so lange wie möglich stehen zu lassen“, sondern brachte auch eine Nutzung als Dokumentationszentrum ins Spiel. Das Haus sei zwar „eher im Heimatstil erbaut worden“, aber tatsächlich Teil des gescheiterten Rüstungsprojektes in Landsberg und Kaufering gewesen. „Für die Dokumentation sind bisher drei andere Gebäude vorgesehen. Dieses Haus, in dem auch Zwangsarbeiter untergebracht waren, wäre aber viel besser geeignet.“ 

Für einen Abriss müsste seiner Meinung nach der Bebauungsplan geändert werden. Unter Denkmalschutz steht das Bauwerk allerdings nicht und der Gesamtzustand ist auch nicht mehr der beste, wie Oberbürgermeister Neuner referierte. „Der Strom läuft, aber die Heizung geht schon lange nicht mehr, es müsste komplett saniert werden.“ 

Eine Nutzung als Flüchtlingsunterkunft komme aber nicht nur deshalb nicht infrage. „Das Haus liegt in einem reinen Gewerbegebiet, es ist praktisch unmöglich, dort Wohnungen einzurichten.“ Die Erhaltung des Anwesens wollte er allerdings auch nicht ohne weiteres ausschließen. Mit Unterstützung des Oberbürgermeisters beauftragte der Stadtrat einstimmig den Bauausschuss, sich so bald wie möglich vor Ort ein Bild zu machen.

Christoph Kruse

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