Spatenstich für Schmucker-Siedlung

Utting baut 88 Wohnungen zu sozialverträglichen Mieten

Utting - Schmucker Areal - Illustration - WWA-Architekten
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Wie eine Perlenschnur ziehen sich die Schmucker-Häuser in Utting durch das Areal im Karree Landsberger, Schondorfer- und Hechen­wanger Straße.

Utting – „Wir kleckern nicht, wir klotzen“, meinte beim Anrücken des Baggers schelmisch Florian Zarbo in seiner Eigenschaft als kaufmännischen Vorstand des Uttinger Kommunal­unternehmens. Natürlich fand der symbolische Spatenstich für die Schmucker-Siedlung nicht per Baggerschaufel statt, sondern traditionsgemäß mit Spaten. Der Bagger wurde trotzdem gebraucht, um den gefrorenen Erdboden zu lockern.

Was 2016 mit dem Grundstückskauf begann, fand mit einem coronabedingt kurzen Festakt sein erstes Happy-End. Mit dabei natürlich Ex-Bürgermeister Josef Lutzenberger, der sich damals mit Vehemenz dafür eingesetzt hatte, dass die Gemeinde aufgrund einer erlassenen Vorkaufssatzung das Schmucker-Gelände für den dringend benötigten sozial orientierten Wohnungsbau erwerben konnte. Dafür dankte ihm sein Nachfolger Florian Hoffmann ausdrücklich, bevor man mit sechs Spatenstichen die Bauarbeiten offiziell startete.

Vorausgegangen waren unzählige Verhandlungen zwischen Planern, Gemeinderäten, Behörden, der Regierung von Oberbayern und nicht zuletzt mit den künftigen Nachbarn. Dazu kamen ein europaweiter Architektenwettbewerb und die Gründung eines eigenen Kommunalunternehmens, das Bau, Auftragsvergabe und Vermietung der Wohnungen regelt. Geleitet von Florian Zarbo und Thomas Behrendt als technischem Vorstand.

Beim Spatenstich für das Leuchturm-Projekt Schmucker-Siedlung in Utting (von links): Technischer Kommunalvorstand Thomas Behrendt, Ex-Bürgermeister Josef Lutzenberger, Bürgermeister Florian Hoffmann, Kaufmännischer Kommunalvorstand Florian Zarbo, Architekt Gerold Heugenhauser und Projektleiterin Patricia Ezcurra.

Somit entstehen jetzt in zentraler Lage im Karree Landsberger-, Schondorfer- und Hechenwanger Straße 88 barrierefreie Mietwohnungen mit Balkon oder Terrasse in sechs Häuserkomplexen. 127 Stellplätze sind vorgesehen, davon 92 in einer Gemeinschaftstiefgarage mit Einfahrt von der Landsberger Straße. Für Fahrräder stehen 120 Abstellplätze zur Verfügung.

Ganz im Sinne des Klimaschutzes wird das Projekt in Holz-Hybrid-Bauweise ausgeführt. Oberhalb der Keller und Tiefgarage, die man zusammen mit den Treppenhauskernen in Beton fertigt, werden die Gebäude mit Decken, allen tragenden Wänden sowie den Fassaden komplett in Holz mit starker Dämmung aus Zellulose und Holzfasern gebaut. Bürgermeister Florian Hoffmann: „Die Mieter werden das dank des guten Wohnklimas und auch dank der niedrigen Heizkosten sehr zu schätzen wissen.“

Ansprechende Architektur

Neben den Wohnungen entsteht an der Schondorfer Straße ein großer Gemeinschaftsraum mit Küche und Behinderten-WC für unterschiedliche Nutzungen. Zudem wird ein öffentlich zugänglicher Spielplatz mit großzügigen Grünanlagen für die Allgemeinheit gebaut. Jede Mene Lob gab es beim Spatenstich für die ansprechende Architektur des Wettbewerbssiegers „WWA Architekten Wöhr Heugenhauser Johansen Partner mbB“, „der die Wohnungen auf sechs Hausgruppen wie an einer Perlenschnur aufgereiht von Ost nach West durch das Areal zieht.“

Dass die Gemeinde Utting selbst als Bauherr auftritt, liegt am kommunalen Wohnraumförderungsprogramm des Freistaats Bayern. Die Gesamtkosten für das Bauvorhaben werden laut Förderbescheid der Regierung von Oberbayern auf rund 30 Millionen Euro beziffert. Hierauf erhält die Gemeinde Utting Fördermittel in Höhe von knapp 13 Millionen Euro sowie ein zinsvergünstigtes Darlehen der Bayerischen Landesbodenkreditanstalt. Eigentümerin des Gesamtareals und der Wohnungen bleibt die Gemeinde Utting, die damit einen immensen Vermögenswert schafft, wie Florian Zarbo betonte.

Mit dem Aushub der Baugrube, dem Einbringen der Spundwände und dem Aufbau der Wasserhaltung haben jetzt die Bauarbeiten begonnen. Nach dem coronabedingtem nüchternen ersten Spatenstich ist Bürgermeister Hoffmann zuversichtlich, dass der Hebauf gebührend und in einem größeren Kreis gefeiert werden kann.

Noch heuer bewerben?

Das Bewerbe- und Vergabeverfahren für die begehrten Wohnungen ist noch nicht möglich. Erst nach Fertigstellung des Rohbaus, vermutlich Ende dieses, Anfang kommenden Jahres, kann man sich auf Grundlage eines noch durch den Gemeinderat zu erstellenden Kriterienkatalogs für eine Wohnung bewerben. Dabei gilt: Sämtliche Wohnungen werden zu einem verträglichen Mietpreis angeboten und sollen Bürgern mit mittleren und niedrigen Einkommen das Wohnen in Utting ermöglichen.
Dieter Roettig

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