Draußen mehr engagieren

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Der neue BBV-Kreisvorstand: Johann Drexl (Kreisobmann) mit Geschäftsführer Thomas Kölbl, dem ehemaligen Kreisobmann Leonhard Welzmiller, den Beiräten Christoph Wörl, Andreas Hager, Manfred Gläserke, Wilfried Lechler und Josef Graf, Bezirksdirektor Walther Prittroff und Kreisbäuerin Rita Behl (von links).

Landsberg – Ein Bio-Landwirt ist neuer Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands (BBV). Johann Drexl aus Kaufering wurde mit 46 von 48 Stimmen zum Nachfolger von Leonhard Welzmiller gewählt, der sich nach 15 Jahren nicht mehr zur Wahl stellte. Der neue Kreisobmann muss zunächst ohne Stellvertreter auskommen, denn dafür fand sich kein Kandidat.

Drexl bewirtschaftet seit 1988 in Kaufering einen Ackerbaubetrieb, den er vor 17 Jahren auf biologische Erzeugung umstellte. Der Vater zweier Söhne ist seit vielen Jahren BBV-Ortsobmann, sitzt im Marktgemeinderat und im Kreistag. Er hatte offensichtlich mit sich gerungen, ob er noch ein weiteres Ehrenamt antreten solle und wünschte sich ausdrücklich eine aktive Vorstandschaft, die ihn bei seinen neuen Aufgaben unterstützt. „Wenn ich allein gelassen werde, kann ich die fünf Jahre nicht durchziehen“, stellte der 55-Jährige bei der Wahlsammlung im Waitzinger Bräustüberl klar. Sein Betrieb dürfe nicht leiden.

Hauptanliegen des neuen Kreisobmanns ist es, der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit zu einem besseren Bild zu verhelfen. Das Problem sei, dass die meisten Bürger keinen Bezug mehr zu den Bauern haben. „Im Raum Landsberg-Kaufering leben 40.000 Einwohner, aber nur 20 Landwirte.“ Und die wenigen seien aus den Orten verschwunden und auf Aussiedlerhöfe abgewandert. „Es ist mehr Öffentlichkeitsarbeit notwendig“, so Drexl. „Momentan verkaufen wir uns schlecht und werden in den modernen Medien schlecht dargestellt.“

„Bitte engagiert euch draußen mehr“, appellierte auch Leonhard Welzmiller an die anwesenden Ortsobmänner. „Auf Orts­ebene muss mehr passieren.“ Der Einfluss des Verbands sei immer noch groß („der BBV ist bei der Politik gefürchtet“), doch dafür sei auch weiterhin Zusammenhalt notwendig. Die Mitgliederzahl im Landkreis ist mit minus 1,5 Prozent leicht rückläufig, weshalb sich Welzmiller auch das Anwerben neuer Mitglieder wünschte.

Schwierig wurde es, als es um die Suche nach Kandidaten für den Stellvertreterposten ging. Vorschläge gab es viele, aufstellen lassen wollte sich niemand. So wurden schließlich die notwendigen fünf Beiräte gewählt und ein weiterer hinzuberufen – in der Hoffnung, dass sich einer von ihnen beim nächsten Wahltermin in spätestens sechs Monaten bereit erklärt, das Stellvertreteramt zu übernehmen. Die Beiräte sind Manfred Gläserke (Entraching), Josef Graf (Pflaumdorf), Wilfried Lechler (Stoffen), Andreas Hager (Issing) und Robert Wiedmann (Kaufering). Berufen wurde Christoph Wörl (Egling).

Bereits am Vormittag war Kreisbäuerin Rita Behl mit einhelliger Zustimmung wiedergewählt worden. Ihr stehen in den kommenden fünf Jahren Marlies Dirr (Reichling) als Stellvertreterin sowie Gabriele Edenhofer (Epfach), Barbara Brenner (Entraching), Elisabeth Ruile (Heinrichshofen), Petra Bolz (Weil) und Andrea Hoiß (Eching) als Beirätinnen zur Seite.

Ulrike Osman

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