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Baugebiet  "Am Lech"

Gemeinderat lehnt Dialog mit Bürgerinitiative Dornstetten ab

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Das Baugebiet „Am Lech“ ist nach wie vor umstritten.

Unterdießen/Dornstetten – Eine Gemeinderatssitzung kann schon eine träge Sache sein. Am späten Abend wird über teils trockene Themen referiert und abgestimmt. Aber manchmal findet sich auf der Tagesordnung auch ein Punkt, der Sprengstoff-Potential hat. In Unterdießen war das – wie könnte es anders sein – das Thema Baugebiet „Am Lech“ in Dornstetten. Dazu könnten die Meinungen und Vorstellungen nicht unterschiedlicher sein. Und deshalb ist Bürgermeister Alexander Enthofer auch der Kragen geplatzt.

Aber mal ganz von vorne. Die Bürgerinitiative Dornstetten hat einen Bürgerantrag gestellt. Die Forderung von Gerald Büchelmaier und seinen Mitstreitern: Sie wollen mehr in die Planung miteinbezogen werden. Konkret schlug Büchelmaier ein „Dialogformat mit der Bürgerinitiative von 2:2 oder 3:3“ vor. Die Gesprächsleitung solle ein unabhängiger Moderator übernehmen. Dafür hatte man auch schon jemanden im Blick: die frühere Bürgermeisterin Monika Groner habe sich dazu bereiterklärt.

Der Gemeinderat ließ sich von dieser Idee aber nicht überzeugen – dem Antrag wurde nicht stattgegeben. Bürgermeister Enthofer wartete mit seiner persönlichen Stellungnahme bis zum Schluss der Sitzung. Allerdings hatte es die in sich. Die zentrale Aussage: „Eine Zusammenarbeit bringt nix.“ Das Einmischen der Bürgerinitiative bezeichnete der Rathauschef als „Störfeuer“ und außerdem warf er Büchelmeier und seinen Mitstreitern in anschwellender Lautstärke vor, dass sie sich untereinander auch nicht einig seien: „Die einen in der Initiative wollen größere, die anderen kleinere Grundstücke.“ Außerdem würden sie auch nicht zuhören und wüssten nicht, was der Gemeinderat eigentlich tut. „Leut, so können wir nicht zamarbeiten.“ Die Anwesenden der Bürger­initiative ließ er dabei nicht zu Wort kommen.

Enthofer äußerte sich außerdem konkret zur Einbindung Außenstehender: „Wir haben die Bürger frühzeitig informiert.“ Und das sogar über das vorgeschriebene Maß hinaus. Infoveranstaltung und öffentliche Auslegung des Flächennutzungsplans hätten ihm aber eine Erkenntnis gebracht: „Die Bürger wollen einen leeren Bebauungsplan.“ Er persönlich fände das schade.

Aber auch wenn der Rathaus­chef offensichtlich nicht viel von der Bürgerinitiative hält, die Bürger werden bei einer weiteren öffentlichen Auslegung im Rahmen des B-Plan-Verfahrens nochmals die Möglichkeit bekommen, Stellungnahmen abzugeben. Das beschloss der Gemeinderat. Bevor es aber dazu kommen soll, werden nochmal ergänzende und erläuternde Gutachten erstellt. So will der Gemeinderat eine artenschutzrechtliche Überprüfung. Konkret geht es um die Gelbbauch­unke beziehungsweise deren Wanderwege. Der Bund Naturschutz befürchtet nämlich, dass der Bau den Tieren ihre Wege nimmt. Wobei der Gemeinderat mit einem Amphibienzaun Abhilfe schaffen möchte. Zudem soll im Frühjahr die Vogelwelt kartiert werden, um auch hier artenschutzrechtliche Bedenken auszuräumen.

Abgesehen vom Artenschutz will der Gemeinderat nochmal an das Thema Versickerung ran. Es wurden von Seiten der Bürger nämlich Bedenken laut, dass es bei einem regenreichen Sommer und somit höherem Grundwasserspiegel zu Problemen bei der nahe gelegenen Fischzucht am Lech kommen könne.

Insgesamt gingen bei der Gemeinde durch die öffentliche Auslegung des Flächennutzungsplans 145 einzelne Anregungen ein. Die meisten davon waren aber nicht neu und wurden schon in der ersten Auslegung 2017 aufs Tapet gebracht. Da ging es zum Beispiel um die Grundstücksgrößen und die Anzahl der Gebäude. Manch einer forderte größere Grundstücke, andere kleinere und dann gab es auch noch die Anregung von unterschiedlich großen Grundstücken. Dabei hatte der Gemeinderat bereits nach der ersten Aus­legung die Zahl der Grundstücke von 21 auf 14 verringert. Und statt 3,1 Hektar sind nur noch 1,4 Hektar Baufläche vorgesehen. Bei weiteren Stellungnahmen ging es um mangelnde Infrastruktur, den Verlust des Charakters einer lockeren Siedlung oder auch der steigende Verkehr.

Bis Mitte Mai wird es wohl noch dauern, bis alle Gutachten fertiggestellt sind. Falls nötig, will der Gemeinderat den Flächennutzungsplan anschließend anpassen. Und dann beginnt das Spiel wieder von vorn. Es folgt eine weitere öffentliche Auslegung – die dritte – und es können erneut alle Bürger in einer Stellungnahme Anregungen und Sorgen anbringen. Nach momentanem Stand der Dinge wird das auch für die Bürgerini­tiative die einzige Möglichkeit sein, sich bei der Planung einzubringen.

Stephanie Novy

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