27 neue Wohneinheiten geplant

Dießen freut sich auf den "Wohnpark am Marienmünster"

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Die Bestandsgebäude, wie hier an der Rotter Straße 19, werden für den Neubau von 27 Eigentumswohnungen im „Wohnpark am Marienmünster“ abgerissen.

Dießen – Der Wohnungsmarkt am Ammersee-Westufer ist so gut wie leergefegt. Ob Kauf oder Miete – in allen Preisklassen gibt es kaum noch Angebote. Unabhängig vom freien Markt versuchen die Gemeinden hier etwas gegenzusteuern. Wie Schondorf und Utting mit der Besiedelung des Prix-Geländes oder des Schmucker-Areals. Dießen zieht jetzt mit dem „Wohnpark am Marienmünster“ nach.

Während es bei den Projekten in den Nachbargemeinden langsam vorangeht und noch nicht einmal der Grundstein gelegt wurde, hat Dießen 18 Sozialwohnungen an der Von-Eichendorff-Straße/­Neudießen im Rekordtempo fast fertig gestellt. Anfang des Jahres können die ersten Mieter einziehen. Hier hat die Marktgemeinde ihre Hausaufgaben gemacht, wobei Bürgermeister Herbert Kirsch zum Ende seiner Amtszeit noch eine Fleißaufgabe bekam.

Warum das? Weil ihn der Bau- und Umweltausschuss damit beauftragte, mit einem Bauwerber aus Seefeld im Landkreis Starnberg über den Kauf von mehreren Wohnungen zu verhandeln, die dann über die Gemeinde vermietet werden. Die neu gegründete „Wohnpark am Marienmünster GmbH“ wird an der Rotter Straße 17 bis 23 nach der Kreuzung der Johann-Michael-Fischer-Straße im Geschoss­wohnungsbau 27 Eigentumswohnungen errichten. Das Gremium sprach sich mit großer Mehrheit für die vier Mehrfamilienhäuser mit einer Tiefgarage auf dem knapp 3.400 Quadratmeter großen Gelände aus. Es liegt im „unbeplanten Innenbereich nach § 34 BauGB“ und ist im Flächennutzungsplan als Mischgebiet ausgewiesen. Es reicht von der Rotter Straße bis zum Wertstoffhof und zum Gewerbegebiet an der Fritz-Winter-Straße. Alle Bestandsgebäude müssen für die Neubauten weichen. Obwohl Wohnungen dringend gebraucht werden, stieß der Antrag nicht generell auf Gegenliebe.

In den Mehrfamilienhäusern mit einer Grundfläche von jeweils rund 250 Quadratmetern und einer Firsthöhe von 10,50 Metern sind nur vier Wohnungen kleiner als 50 Quadratmeter vorgesehen, alle anderen werden großzügiger geplant. Zu den 50 Tiefgaragenplätzen wird es neben der Einfahrt noch fünf Besucherstellplätze geben. Sogar einen Kinderspielplatz haben die Bauherren vorgesehen.

Der Bau- und Umweltausschuss sah gegenüber einer Bebauung mit Doppel- oder Reihenhäusern durchaus Vorteile im Geschosswohnungsbau samt Tiefgarage und gab seine Zustimmung. Michael Hofmann von der Bayernpartei allerdings stimmte dagegen, weil er negative Auswirkungen auf Dießen zukommen sieht. Auf Facebook wetterte er gleich nach der Sitzung, dass „die Verschandelung unserer Heimat damit eine ganz andere Dimension und Geschwindigkeit“ erreichen wird. Hier werde „kein Wohnraum für Alle geschaffen, sondern nur eine wohlhabende Minder­heit bestens bedient.“ Die Wohnungen würden gut verdienende Zuzügler kaufen und die Einheimischen müssten „den Schaden ertragen und erleben“. Der Verkehr, besonders durch die Herrenstraße, werde zunehmen und die Infra­struktur noch mehr belastet.

Bürgermeister Herbert Kirsch ist in Bezug auf die Kaufinteressenten anderer Meinung. Er glaube nicht, dass hier nur Auswärtige Wohnungen kaufen werden. Bei ähnlichen Projekten habe sich gezeigt, dass sehr wohl auch Dießener in Eigentumswohnungen investieren.
Dieter Roettig

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