Asyl: Neue Hilfe fürs Ehrenamt

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Auch in der ehemaligen Tennishalle Kaufering wird bald viel ehrenamtliche Asylarbeit nötig sein. Laut Landratsamtssprecher Wolfgang Müller wird noch eine Lüftungsanlage eingebaut – mit einer Belegung sei vor Mitte/Ende April nicht zu rechnen

Landsberg – Hauptamtliche Mitarbeiter des Kreisverbands Landsberg des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) bieten ab April den ehrenamtlichen Helfern in der Asylarbeit Informationen, Beratung, Schulungen und Supervision an. Einbezogen sind Betreuer, deren „Schützlinge“ das Asylverfahren bereits durchlaufen haben und über ein Aufenthaltsrecht verfügen. Das BRK finanziert die Maßnahmen durch Eigenmittel und Spenden.

Das Angebot richtet sich vor allem an die ehrenamtlich Tätigen, die im BRK organisiert sind, heißt es in der Mitteilung von Kreisgeschäftsführer Andreas Lehner. Ansprechpartner sind aber auch Helfer, die spontan tätig werden oder anderen Organisationen angehören.

Der BRK-Kreisverband schließt damit eine Lücke, die sich besonders in Landsberg offenbart hat. Helferkreise mit teilweise straffer Führung und intensiver öffentlicher Selbstdarstellung sind das eine, der richtige psychologische, pädagogische und fördernde Umgang mit Asylbewerbern und Flüchtlingen ist das andere. Hier setzt das BRK mit seinem neuen Angebot an.

Eine weitere Komponente der Flüchtlingsarbeit des BRK ist der Suchdienst. Der Landsberger Kreisverband ist zukünftig eine von zwei Außenstellen des Suchdienstes im Bayerischen Roten Kreuz und bearbeitet Suchanfragen von Flüchtlingen und Migranten, die den Kontakt zu ihren Angehörigen verloren haben. Die beiden bestehenden Säulen der Flüchtlingsarbeit – die eigene ehrenamtliche Tätigkeit und die sogenannte Asylsozialberatung – bleiben bestehen.

Bei der Asylsozialberatung geht es darum, dass sich Flüchtlinge für die Dauer ihres Aufenthalts im „andersartigen Lebens- und Kulturbereich in Deutschland“ besser „zurecht finden“, heißt es in der entsprechenden Richtlinie des Freistaats. Dieses Angebot werde, so das BRK, durch staatliche Zuschüsse, Rotkreuz-eigene Mittel und kommunale Zuschüsse finanziert.

Davon ist die tägliche Betreuung der Asylbewerber zu trennen. Diese Aufgabe hatte das Rote Kreuz bisher wahrgenommen; im Zuge einer erforderlichen Neuausschreibung hatte das Landsberger Landratsamt die Bedingungen dafür aber so verschärft, dass sich die Hilfsorganisation darauf nicht einlassen wollte. Da auch niemand anderes ein Angebot abgab, will das Landratsamt die Aufgabe nun mit eigenen Mitarbeitern erfüllen. Gleichzeitig entzog das Landratsamt dem BRK auch die Koordination des Ehrenamts.

Übers Bleiberecht hinaus

Besonders interessant dürfte das Angebot des BRK für diejenigen sein, die Flüchtlinge und Asylbewerber über die Dauer des Anerkennungsverfahrens hinaus begleiten und sie bei Ausbildung, Berufswahl und sozialer Integration unterstützen. Die ehrenamtlich Tätigen stoßen dabei oft an ihre Grenzen, sowohl in faktischer wie auch in psychologischer Hinsicht. Angebote zur individuellen Beratung und Schulung, auch in Konfliktfällen, fehlen bisher.

Generell bietet das BRK an, „seine Erfahrung und Kompetenz auch zukünftig im Landkreis Landsberg in die Flüchtlingsarbeit einzubringen“. In den Ankündigungen des BRK liegt daher auch ein Signal an das Landratsamt. „Wir sind gerne bereit, die Flüchtlings- und Integrationsarbeit im Landkreis Landsberg mit allen Beteiligten gemeinsam zu gestalten und an der Entwicklung einer dafür notwendigen Strategie mitzuwirken“, erklärte Andreas Lehner. Was wohl heißen will: Die Tür zu gemeinsamen Aktivitäten schlägt das Rote Kreuz nicht zu.

Werner Lauff

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