Süßes für die Ministerin:

Ilse Aigner durfte überall hinein

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Karin und Patrick Hallinger mit Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner.

Landsberg – Die bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, Ilse Aigner, hat am Mittwoch zwei Unternehmen in Landsberg besucht: die Hallinger Genuss Manufaktur in der Hermann-Köhl-Straße und iwis Motorsysteme in der Celsiusstraße. Dabei öffneten sich ihr alle Türen, selbst diejenigen, hinter die sonst kaum jemand blicken darf.

Die Ministerin mit iwis-Geschäftsführer Frank Wiemer.

Davon profitierten auch Bezirksrat Josef Loy, Landrat Thomas Eichinger, Oberbürgermeister Mathias Neuner und Wahlkreiskandidat Michael Kießling (alle CSU) sowie einige Gäste. Und nicht zuletzt der KREISBOTE, der erstmals einen Blick in die iwis-Halle werfen durfte, zu der sonst nur zwölf besonders vertrauenswürdige Mitarbeiter Zugang haben. Dort stehen die Maschinen, die den Weltmarktführer, der für 19 der 20 größten Automobilhersteller tätig ist, einzigartig machen: selbst entwickelte Beschichtungsgeräte, die 15 Millionen Kettenbolzen pro Tag verarbeiten. „Normalerweise lassen wir hier niemanden rein“, sagte Werksleiter Florian Edelmann, der gerade aus den USA nach Landsberg zurückgekehrt ist. 40 Millionen Euro habe iwis in diese Geräte investiert; „die haben nur wir“.

iwis Motorketten war für ein anderes Landsberger Unternehmen eingesprungen, das der Ministerin kurzfristig einen Korb gegeben hatte. Geschäftsführer Frank Wiemer nutzte auf Einladung von Michael Kießling die Gelegenheit, Ilse Aigner die Gefahren aufzuzeigen, mit denen Automobilzulieferer wie iwis konfrontiert werden: „Alles redet plötzlich über batteriebetriebene Autos; dabei verursacht die Herstellung der Batterien so viel CO2-Belastung wie ein Dieselmotor in 160.000 Kilometer Fahrleistung.“

Ilse Aigner stimmte sofort zu und regte an, der KREISBOTE möge diesen Satz wörtlich abdrucken, denn: „Wir können nicht von heute auf morgen den Diesel abschaffen und auf Elektrofahrzeuge umsteigen, das geht einfach nicht. Das müssen wir klar und deutlich kommunizieren.“ Wiemer wies auch auf hohe Belastungen von iwis in Höhe von 650.000 Euro pro Jahr hin, die durch die Umlage für erneuerbare Energien entstünden.

Mit persönlichem Risiko

Für Aigners Besuch in der Genuss Manufaktur hatten sich Karin und Patrick Hallinger etwas Besonders einfallen lassen: In einem gelungenen Rollenspiel verdeutlichten sie, wie sie, der Unternehmensberater und die Etikette-Dozentin sowie Tee-Sommelière, den Entschluss fassten, eine Fabrik zur Herstellung von Schokolade zu gründen. Freunde hätten sie damals für verrückt erklärt und Kollegen von McKinsey, Roland Berger und der Boston Consulting Group hätten dauernd nach ihrer „Exit-Strategie“ gefragt: Wann wollt Ihr das neue Unternehmen wieder verkaufen? Das „Nie“, das beide unisono aussprachen, war nicht nur glaubwürdig, sondern beeindruckte auch die Staatsministerin zutiefst.

Karin Hallinger hatte den Gästen zuvor die Produktion gezeigt, unter anderem den Raum, in dem zurzeit der Gewürz-Adventskalender entsteht. Mit Gewürzen erzielt das Unternehmen inzwischen seinen Hauptumsatz; daher firmierte es auch kürzlich von der Schokoladen- in die Genussmanufaktur um. Schon jetzt seien Weihnachtsartikel stark nachgefragt, wenn sie auch im „Flagship-Store“ in Landsberg am Ende des Sommers noch etwas verschämt erworben würden. Weiter im Angebot sind Tees, Pralinen und Kaffee aus allen Regionen der Welt. Manchmal werde hier so viel Kaffee am Tag gemahlen, dass die Mitarbeiter die Mühle mit Eisbeuteln kühlen müssten. Ihr Geschäft führe sie übrigens in die entlegensten Regionen, zum Beispiel zu Teepflückern in Südamerika, erzählten die Hallingers. Sehr oft initiierten sie dabei soziale Projekte.

Ilse Aigner machte keinen Hehl aus ihrer Bewunderung für das junge Paar: Eine derartige Leistung mit hohem persönlichen Risiko sei einfach vorbildlich, lobte sie, und naschte eine Macadamia-Praline.

Werner Lauff

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