Der Wunsch nach "weißem Rauch"

Einige Bauplätze vorstellbar: Dornstettener Bürgerinitiative lenkt ein

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Beim Friedensgespräch: (von links) Hans Spängler und Brigitte Wagner von der BI, MdL Gabriele Triebel sowie Anne Franke und Benjamin Miskowitsch vom Petitionsausschuss. Vorne Bürgermeister Alexander Enthofer.

Dornstetten – Das Kriegsbeil ist zumindest mit einer dünnen Schicht Erde bedeckt: Beide Seiten, die Bürgerinitiative genauso wie Bürgermeister Alexander Enthofer, bekräftigten im Beisein dreier Landtagsabgeordneter ihre Bereitschaft, sich wieder an einen Tisch zu setzen. Hans Spängler und Brigitte Wagner erklärten namens der Bürgerinitiative (BI), dass sie nicht mehr generell gegen eine Bebauung auf der Lechterrasse im Osten Dornstettens seien. Man könne sich sechs oder sieben Bauplätze als „Abrundung“ zum Dorf hin vorstellen.

Die Gemeinde möchte dort aber 14 Bauplätze ausweisen – nahe am Lech und angrenzend an ein Landschaftsschutzgebiet. Davon will Bürgermeister Enthofer nicht abrücken, wie er gegenüber dem KREISBOTEN nach dem Ortstermin zu verstehen gab, zu dem Abgeordneten Anne Franke (Grüne) und Benjamin Miskowitsch (CSU) vom Petitionsausschuss des Bayerischen Landtags ebenso wie die regionale Grünen-Abgeordnete Gabriele Triebel (Kaufering) nach Dornstetten kamen.

Der Petitionsausschuss, der von der Bürgerinitiative angerufen worden war, sah nach gut einstündiger Aussprache an der frischen Luft ein wesentliches Anliegen als erfüllt an: Dass nach zuletzt ausgeprägter „Lagerbildung“ die Beteiligten wieder miteinander reden und im Gespräch nach einer Lösung suchen. Doch eigentlich ging der Ortstermin aus wie das Hornberger Schießen. Auf den Kompromissvorschlag Hans Spänglers mit den sechs bis sieben Bauplätzen ging Enthofer vor Ort nicht ein. Der Unterdießener Rathauschef schilderte vielmehr, man habe schon viele Gutachter eingeschaltet und „so viele Zugeständnisse“ gemacht. In der ersten Planung seien es 21 Bauplätze gewesen. Diese Zahl sei nun auf 14 reduziert worden, die Grundstücke würden größer ausfallen.

Enthofer gab auf die Frage von Franke, warum denn die Bebauung am Ortsrand erfolgen solle, zur Antwort, dass woanders in der Gemeinde keine Bauplätze zu bekommen seien. In Unterdießen gebe es keine Leerstände, in Oberdießen seien es wie in Dornstetten zwei Leerstände. Aber die Gemeinde kriege diese Grundstücke nicht. Man strebe bei aller Nachfrage nach Bauplätzen ein „langsames Wachstum“ in Dornstetten an, fuhr der Bürgermeister fort. Die Grundstücke sollen zwar aus Kostengründen in einem Zug überplant werden, aber nach und nach abgegeben werden. Enthofer flapsig: „Wir ham‘s nicht nötig, alle auf einmal rauszuhauen“. Geschäftsführer Werner Dehm vom Planungsbüro OPLA (Augsburg) formulierte es beim Ortstermin so: Die Bebauung auf der Lechterrasse erstrecke sich bis ins Jahr 2030.

Rainer Fuß von der Unteren Naturschutzbehörde am Landsberger Landratsamt legte Wert darauf, dass wegen des Vorkommens der Gelbbauchunke unbedingt ein Korridor auf der Nordseite des Baugebietes freibleiben müsse. Zuvor erwähnte bereits Brigitte Wagner von der BI, dass die Lechhalde bei Dornstetten ein „Biodiversitäts-Hotspot“ sei – genauso wie das Ammersee-Südufer oder das Ampermoos.

Die Landschaft solle „halbwegs erhalten bleiben“, betonte Spängler. Er sei nicht generell gegen Bebauung. Aber das Gebot sei schon eine „maßvolle und nachhaltige Bebauung auf der Lechterrasse, wo weiter nördlich in früheren Jahrzehnten 13 Häuser errichtet worden waren.

Monika Groner, von 1996 bis 2008 Bürgermeisterin in Unterdießen, erinnerte an die Worte eines Planers, der ihr mit Blick auf die Lechterrasse gesagt hatte, die Gemeinde solle dieses Gebiet „wie einen Augapfel“ hüten. Sie bedauerte, dass wegen der mehr als drei Jahre währenden Auseinandersetzung der Riss nicht nur durch Dornstetten gehe, sondern „durch die ganze Gemeinde“.

Spängler präsentierte eine Skizze des Bundes Naturschutz mit einem Vorschlag für ein kleines Baugebiet zur Abrundung, die er als Grundlage für einen Kompromiss sehe. Bei einem Nein des Gemeinderates sehe sich die Bürgerinitiative freilich veranlasst, ein Bürgerbegehren anzustrengen. Gerhard Schmid, Geschäftsleiter der VG Fuchstal, wies beim Ortstermin sogar darauf hin, dass als letzte Option noch eine Normenkontrollklage eingereicht werden könne. Dies sei aber nicht in der Überlegung, meinte dazu Spängler.

Die BI Dornstetten zählt über 90 Mitglieder. 62 sind aus Dornstetten, circa 30 aus Unterdießen und Oberdießen.

Johannes jais

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