Alle sieben Meter ein Baum

Warum der Bebauungsplan Hirschvogel in die „Verlängerung“ geht

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Die Skizze zeigt den neuen Geltungsbereich des Bebauungsplan. Links – nördlich der Kreisstraße LL 17 – befindet sich der Parkplatz.

Denklingen – Ein redaktioneller Fehler ist der Grund dafür, dass der Bebauungsplan für das Unternehmen Hirschvogel Automotive in die Verlängerung geht. Der Beschluss des Denklinger Gemeinderates von Anfang März ist formal zu korrigieren. Denn es muss richtig heißen, dass für den geplanten Parkplatz auf einer drei Hektar großen Fläche nördlich der Kreisstraße LL 17 zur Eingrünung „ein Baum pro laufenden sieben Metern“ zu pflanzen ist. Zunächst hatte es versehentlich geheißen, dass nur ein Baum pro laufenden Meter unbedingt erforderlich sei.

Eine solche enge Pflanzaktion macht freilich keinen Sinn, wenn die Stämme höher wachsen und das Wurzelwerk weiter ausgreift. Darum wurde diese redaktionelle Änderung nun in den Bebauungsplan aufgenommen. Die Konsequenz ist freilich, dass der Plan ein weiteres Mal ausgelegt werden muss – zumindest in einer verkürzten Weise mit einer Frist von zwei Wochen. Neue Stellungnahmen, egal, ob von Bürgern, Gemeinden oder Behörden und Verbänden, können nur zu den geänderten und ergänzten Textabschnitten abgegeben werden. 

Eine weitere Festsetzung im Bebauungsplan ist, dass es eine Ausnahme in der sogenannten Anbauverbotszone gibt. Sie beträgt zehn Meter. Im Bereich der Fußgängerunterführung, die das Unternehmen an der Kreisstraße LL 16 nahe dem Verwaltungsgebäude plant, wird sie aber auf fünf Meter reduziert. Dies heißt, dass die beiden Treppentürme für dieses Bauwerk näher an die Fahrbahn gerückt werden dürfen als der Rand des eingegrünten Parkplatzes. 

Wie berichtet, möchte die Firma Hirschvogel nördlich der Kreisstraße LL 17 einen weiteren großen Parkplatz errichten. 635 Stellflächen sind dort vorgesehen. Die Fertigstellung war zunächst für April 2018 geplant, wird sich aber verzögern. Der neue Parkplatz wird angelegt, weil das Unternehmen am bisherigen Parkplatz Nordost nahe am Verwaltungsgebäude einen Bürokomplex mit Betriebsrestaurant plant. Dadurch fallen knapp 400 Stellflächen weg. 

Was jetzt durch ist 

Was im Gegensatz zum Bebauungsplan, für den noch eine „Ehrenrunde“ drangehängt wird, aber endgültig durch ist, betrifft die inzwischen 28. Änderung des Flächennutzungsplanes für Hirschvogel Automotive Group. Planfertiger dafür ist Oliver Prells vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München, der für die Gemeinden im Fuchstal der Ansprechpartner ist. Die aktuelle Fassung hat auch mit der Werkserweiterung bei Hirschvogel zu tun. 

Widersprüche beseitigen 

Die Änderung des Flächennutzungsplanes verfolgt zwei Ziele. Zum einen wird die Fläche nördlich der Kreisstraße LL 17 ins Industriegebiet einbezogen, die bisher landwirtschaftliche Wiese war und im Norden bis zu den Kiesgruben reicht, die sich bereits auf Fuchstaler Flur befinden. Zum anderen werden einige inhaltliche Punkte aktualisiert. Denn die Festsetzungen, die aus früheren Änderungen herrühren, unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht – auch deswegen, weil oft andere die Pläne verfasst haben. 

Damit sollen endgültig einige Widersprüche beseitigt werden, die bei der Bestimmung des Baurechts für Veränderungen auf dem Firmengelände zutage getreten sind. Eine der Veränderungen ist, dass wegen eines Radwegebaus an der Kreisstraße die Flurstücke neu vermessen werden müssen. 

Johannes Jais

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