Noch nicht aufgegeben

+
Fuchstals Bürgermeister Erwin Karg hat noch nicht aufgegeben. Das Foto zeigt Karg beim Auszählen der Stimmen beim Bürgerentscheid zur Windkraft. Die Fuchstaler hatten ihm ihre Zustimmung zu vier Windrädern gegeben.

Fuchstal – Fuchstals Bürgermeister Erwin Karg ist ein Kämpfer. Trotz aller Widerstände setzt er weiter auf die Energiewende. Vier Windräder will die Gemeinde bauen. Die Legitimation dazu haben ihr die Bürger in einer Bürgerbefragung gegeben. Das Verfahren zum Teilflächen- nutzungsplan ist abgeschlossen, der nächste Schritt ist der Bebauungsplan.

Den brachte Erwin Karg nun in den Gemeinderat zur Entscheidung ein. Der stand weiterhin hinter seinem Bürger- meister und beschloss, den Bebauungsplan „Süd-westlicher Bereich Kingholz“ auf den Weg zu bringen und den Planungsauftrag zu erteilen. Auch den Auftrag für die Erstellung des notwendigen Gutachtens der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung wurde erteilt. Fast schien das Projekt gestorben, nachdem die Nachbargemeinde Denklingen wegen des Widerstands aus der eigenen Bevölkerung aus dem Plan, einen gemeinsamen Windpark zu errichten und zu betreiben, ausgestiegen war. 

Das endgültig „Aus“ schien aber durch die sogenannte „10-H-Regelung“ gekommen, die Ministerpräsident Horst Seehofer durchgesetzt hatte. Sie besagt, dass der Abstand eines Windrades zur nächsten Wohnbebauung mindestens das Zehnfache ihrer Höhe haben muss. Diese Abstandsregelung greift nun ausgerechnet bei den vier Standorten, die nach den Windmessungen am besten für Windkraft geeignet sind. Der Alternativstandort für drei mögliche Windräder im Gemeindewald Ascher Tal ist nur zweite Wahl, denn dort ist die Windhöffigkeit nicht so gut und somit wäre die Wirtschaftlichkeit in Frage gestellt. 

Der ideale windtechnische Standort für die vier geplanten Anlagen wäre der Bereich Kingholz. Dort besteht aber das Problem, dass die Abstände zur Nachbargemeinde Markt Kaltental nicht ausreichend sind. Da die Windräder rund 200 Meter hoch sind, müsste der Abstand nach der „10-H-Regelung“ zwei Kilometer betragen. Je nach Standort des Windrades fehlen aber zwischen 50 und 400 Meter. Die Nachbargemeinde Denklingen ist von der „10-H-Regelung“ nicht betroffen, sagte Karg. Der Abstand nach Dienhausen beträgt dort mehr als dreieinhalb Kilometer. 

„Das Gesetz ist völliges Neuland“, betonte Karg. Ein geringerer Abstand ist aber laut Karg möglich, wenn mit den betroffenen Nachbargemeinde Einvernehmen erzielt werden kann. Die zum Landkreis Ostallgäu gehörende Gemeinde Markt Kaltental muss dann als „Träger öffentlicher Belange“ Stellung beziehen. Wie groß die Aussichten sind, mit Markt Kaltental zu einer Einigung zu kommen, weiß niemand, denn auch dort begehren Bürger gegen das Fuchstaler Projekt auf. Markt Kaltentals Bürgermeister Manfred Hauser bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass sein Gemeinderat vorige Woche den Beschluss gefasst hätte, aufgrund der „10-H-Regelung“ ein Veto gegen die Fuchstaler Pläne einzulegen. 

Die Überlegungen eines Fuchstaler Gemeinderates, mit kleineren Windrädern die „10-H-Regelung“ einzuhalten, ist nach Aussagen des Bürgermeisters nicht sinnvoll, da die Verwirbelungen durch die Bäume die Leistung beeinträchtige und somit die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben sei. Im Denklinger Bereich des Sachsenrieder Forstes gäbe es aber, laut Karg, viele Standorte, die kein Problem mit der „10-H-Regelung“ hätten und nunmehr nach dem Ausstieg Denklingens aus der Windkraft für private Investoren interessant seien. Windkraftanlagen gelten weiterhin als „privilegierte Anlagen“, die genehmigt werden müssen, wenn keine sachlichen Argumente wie beispielsweise Artenschutz dagegen sprächen.

Siegfried Spörer

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Lisa will Bierkönigin sein
Lisa will Bierkönigin sein
"Coole Gedanken" für Gut Mittelstetten
"Coole Gedanken" für Gut Mittelstetten
Rational AG ist weiter auf Wachstumskurs
Rational AG ist weiter auf Wachstumskurs

Kommentare